Bikebus, Bicibus oder Velobus – verschiedene Namen, die dasselbe beschreiben. Eine Gruppe von Kindern mit ihren Eltern fährt mit dem Fahrrad in die Schule. Rechtlich ist das ein Fahrradverband, wie er in der Straßenverkehrsordnung (StVO) vorkommt. Insgesamt zwei Punkte aus der StVO sind dafür relevant. Bei der Begleitung eines Kindes unter zwölf Jahren dürfen die Eltern oder andere Erwachsene fast immer neben dem Kind fahren.

Sie müssen also nicht hintereinander fahren, erklärt Michael Doberer vom Verein Bike-Bus Österreich. „Dadurch können wir aber auch die ganze Straße oder eine Fahrbahn benutzen und damit eben die gefährlichen Überholmanöver, die halt jetzt gang und gäbe sind, einfach auch unterbinden. Der Abstand wird halt selten eingehalten. Dadurch schafft man klare Kommunikation im Straßenverkehr.“

Radinfrastruktur „noch nicht so weit“

Das zweite ist eben der Fahrradverband: Radfahr-Gruppen ab zehn Personen haben rechtlich noch mehr Möglichkeiten. Sobald die erste fahrende Person des Radverbands in eine Kreuzung eingefahren ist, müssen andere Verkehrsteilnehmer den ganzen Verband passieren lassen. Das gilt auch für rote Ampeln zum Beispiel.

Eine Person darf dabei auch die Kreuzung absperren. „Die Radinfrastruktur ist einfach derzeit nicht so weit, dass man überall sicher mit dem Rad unterwegs sein kann. Und durch den Bikebus schaffen wir in der Gruppe einfach die Sicherheit für die Familien, gemeinsam mit dem Rad in die Schule zu fahren, und Kinder können in ihrem direkten Umfeld, in ihrem Alltag mit dem Rad selbstständig mobil sein“, erklärt Vereinsobfrau Sandra Gugerell.

Linien sollen weitergetragen werden

Im dritten Bezirk fährt der Bikebus jeden Freitag die Route von der Wassergasse bis zum Aron-Menczer-Campus. Seit eineinhalb Jahren ist der Bikebus auf dieser Strecke unterwegs, erzählt Initiatorin Gugerell. „Dadurch, dass wir in der Gruppe fahren, dass wir Leuchtwesten anhaben und durch die Musik sind wir einfach gut sichtbar. Es braucht dieses Angebot, weil die Infrastruktur nicht morgen und vielleicht auch noch nicht übermorgen so sicher sein wird, dass man wirklich überall mit Kindern unterwegs sein kann.“

Österreichweit gibt es aktuell rund 30 Bikebus-Linien, die unabhängig voneinander organisiert sind. Da setzt auch der neue Verein an. „Wir wollen uns einfach untereinander besser vernetzen und auch eine Finanzierung aufstellen, damit wir die Bewegung nachhaltig weitertragen können.“ Denn dadurch, dass die Linien von Eltern ehrenamtlich organisiert sind, kommt es immer wieder dazu, dass das Angebot plötzlich endet.

Starten kann einen Bikebus jeder und jede, sagte Doberer. „Die Behörden informieren muss man wirklich nur, wenn man es als Demo anmeldet, wenn wirklich die Strecke so gefährlich ist, dass man sich nur mit Polizeibegleitung fahren traut.“