Ob Mais, Soja oder Kartoffeln – all diese Kulturen brauchen viel Wasser und leiden unter der aktuellen Trockenheit im Seewinkel. Bei den Erdäpfeln macht der Biolandwirtin Lisa Wachtler heuer ein Schädling, der Drahtwurm, Sorgen. Er zerstörte die Ernte ganzer Äcker. Trockenheit könnte ein Grund für die verstärkte Ausbreitung sein.
Wenn es dem Drahtwurm im Boden zu trocken sei, dann gehe er rauf in die Kartoffel, erklärte Wachtler. Der Drahtwurm sei heuer schon im Juni auf einem Feld aktiv gewesen und jetzt sei er wieder sehr aktiv. Temperaturen von mehr als 30 Grad seien für die Pflanze ganz einfach sehr stressig.
Naturschutz und Landwirtschaft kooperieren
Für die Landwirte wären trockenresistente Kulturen genauso wichtig wie für den Grundwasserspiegel und die Salzlacken im Seewinkel. Im EU-Projekt „LIFE Pannonic Salt“ arbeitet der Naturschutz mit der Landwirtschaft zusammen. Die Ergebnisse der ersten Feldversuche mit trockenresistenten Pflanzen sind bereits sichtbar.
Gute Erfahrungen mit Mungobohne und Augenbohne
Es seien 14 Kulturen auf jeweils sehr kleinen Parzellen von sechs Quadratmetern getestet worden, sagte Anna Tomic vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau: „Gegossen wurde nur am Anfang. Was wir schon sehen: dass zum Beispiel die Bohnen, die Mungobohne und die Augenbohne, sich eigentlich ganz gut tun.“. Die wissenschaftlichen Feldversuche finden auf vier Praxisbetrieben in Sankt Andrä am Zicksee, Tadten und Wallern statt, teilweise auf Flächen der Esterhazy-Betriebe.
Haider-Wallner: Auftakt für Forschungscenter
Einen Markt gebe es etwa für Saflor (Färberdistel), Quinoa und die Kichererbse, erklärte Franz Trautner von Bio Austria. Noch sei der Absatz im Vergleich etwa zur Kartoffel gering, so Biolandwirtin Wachtler. Daran müsse noch gearbeitet werden. Das ist auch der für Landwirtschaft zuständigen Landeshauptmannstellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne) bewusst: „Das ist der Auftakt zu einem Forschungscenter, das wir geplant haben für nachhaltige Landwirtschaft, wo wir einfach zukünftig noch viel mehr in Forschung investieren wollen und vor allem darin, dass die Forschung auch in der Praxis ankommt.“
Das Burgenland und Teile von Niederösterreich und Kärnten seien schon jetzt sehr stark von der Trockenheitsproblematik betroffen, so Haider-Wallner. Die Forschung, die man jetzt im Burgenland betreibe, werde in Zukunft auch den anderen Bundesländern dienen. „Die Landwirtschaft und der Naturschutz ziehen an einem Strang und da darf es keine Widersprüche geben“, betonte Nationalparkdirektor Johannes Ehrenfeldner, der die Gesamtleitung für das Wasserschutz-Projekt innehat. Man müsse gemeinsam an einer Zukunft arbeiten.
Zwölf Millionen Euro Projektbudget