„Wir haben keine Angst Verantwortung zu übernehmen, bevor es zugesperrt wird, wird das Land das Werk übernehmen. Wir glauben an das Produkt“, so Doskozil im Interview mit ORF Burgenland-Chefredakteur Walter Schneeberger – mehr dazu in Doskozil: Übernahme von Lenzing-Werk vorstellbar.
Doskozil: Falsche Darstellung
Das Land und die Holding seien finanziell stabil, sagt Landeshauptmann Doskozil auf die Frage, wie man die Kaufsumme aufbringen will, um das Lenzing-Werk zu kaufen, wenn der Rechnungshof im letzten Bericht sagt, dass das Land finanziell schlecht aufgestellt sei. „Aus meiner Sicht stellt der Rechnungshof das vollkommen falsch dar. Wir haben bewiesen, dass wir das Krankenhaus Oberwart ohne Schulden bauen können, wir haben bewiesen, dass wir in den Jahren 2020 bis 2025 den geringsten Zuwachs an Schulden haben, das ist nachweisbar. Das alles sind Parameter, die signalisieren, dass wir stabile Finanzen haben.“ Mehr dazu auch in BLRH: Landesfinanzen „besorgniserregend“ und Schlagabtausch nach Rechnungshof-Bericht.
„Lasse mir das nicht vermiesen“
Wenn man Erspartes ausgebe, schaffe man auf der anderen Seite Gegenwerte, argumentiert Doskozil. Mit diesem Bericht werde man sich noch beschäftigen, „so kann man als Landesrechnungshof-Direktor nicht agieren. Wir werden beweisen, dass das, was der Landesrechnungshof-Direktor sagt, schlichtweg falsch ist. Mir geht es um das Vertrauen der Bevölkerung, das haben wir uns hart erarbeitet, das lasse ich mir nicht vom Landesrechnungshof-Direktor vermiesen“.
Kritik der Opposition
ÖVP-Landesparteiobmann Christian Zarits kritisiert, dass Doskozil den Rechnungshofdirektor attackiere und führt das darauf zurück, dass Doskozil „die Argumente ausgegangen“ seien. Es handle sich vielfach um Gegenwerte, die man „nicht ohne Weiteres veräußern“ könne, kritisiert FPÖ-Obmann Christian Ries. Sie würden nicht garantieren, dass das Land künftig notwendige Investitionen tätigen könne.
Landeshauptmann Doskozil im ORF Burgenland-Interview
Drei Herzoperationen pro Woche in Klinik Oberwart
Die Herzchirurgie in der Klinik Oberwart verteidigt Landeshauptmann Doskozil erneut – mehr dazu in Ochsenhofer: Herzchirurgie „notwendiger Schritt“. Diese ist gegen den Widertand des Gesundheitsministeriums und der ÖGK entstanden. „Da sitzen Leute, die offenbar nicht beurteilen können, was das Burgenland braucht oder nicht braucht“, so Doskozil.
Es habe sehr lange Wartezeiten im Burgenland bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen gegeben, verteidigt Doskozil die neu geschaffene Abteilung. „Wenn ich mir anschaue, dass wir in diesem Krankheitsbild im Burgenland die höchste Sterblichkeitsrate haben, liegt es auf der Hand, dass wir eine Herzchirurgie etablieren.“
Mittlerweile werden am Standort Oberwart jede Woche drei Herzoperationen durchgeführt, erläutert Doskozil. „Genau die Leute, die jetzt dagegen auftreten, das sind die Frau Gesundheitsminister und die Frau Staatssekretärin, die haben selbst kein Problem, wenn sie ein gesundheitliches Problem haben. Aber jeder einzelne Burgenländer, der hat ein Problem einen Termin zu bekommen.“
Causa Asbest
Zur Causa Asbest sagt Doskozil, dass das ein Thema sei, das man auch „mit Hausverstand“ angehen müsse. „Man muss schon die Kirche im Dorf lassen. Wenn ich jetzt durch das Burgenland fahre und immer noch die vielen Wellen-Eternit-Dächer sehe, auch dort gibt es Verwitterung, auch dort gibt es teilweise Abrieb. Dann könnte man auch sagen: Dort gibt es Asbest, was machen wir?“