Pinzgauer Strahlenziegen, ungarische Steppenrinder und Zackelschafe – sie alle sind mittlerweile Donnerskirchener geworden. Gemeinsam weiden sie auf dem Areal der beiden Jungbauern Matthias und Simon Erharth. Die beiden haben vor einigen Jahren mit der Beweidung der Hutweiden im Naturpark Neusiedler See-Leithagebirge begonnen.

„Es war uns ein großes Anliegen, solche wertvollen Flächen zu erhalten und dass Kinder wieder Schafe, Ziegen und Rinder draußen sehen“, so Landwirt Simon Erharth.

Mitte der 80er-Jahre ist es laut Donnerskirchens Bürgermeister Johannes Mezgolits noch gang und gäbe gewesen, dass hier Nutztiere weideten. „Das ist auch für Generationen wie mich ein schönes Bild, die Tiere wieder hier oben zu sehen“, so Mezgolits.

Beweidung schafft Artenvielfalt

Die robusten alten Rassen sind gut an die klimatischen Bedingungen angepasst. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass durch die Beweidung eine Verbuschung verhindert wird. „Das schafft so viele unterschiedliche Kleinstlebensräume“, so Arno Cimadom vom Nationalpark.

Dass die beweidete Fläche weiterhin ordentlich aussieht, dafür sorgen die Dungkäfer. Die sind gleichzeitig auch eine gute Nahrungsquelle für viele Insektenfresser.

Stiftung will unterstützen

Die gemeinnützige Stiftung Naturparke plant, die Beweidung der Hutweiden österreichweit voranzutreiben. „Das ist hier mit Abstand unser größtes Projekt“, so Marelli Asamer-Handler. Rund 300.000 Euro werden für das Projekt aufgewendet, ungefähr ein Drittel davon geht ins Burgenland: „Weil das einfach die Engagierten sind, die sich drum kümmern“.

Bundesweit gibt es laut Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne) zwar Förderungen, die seien aber eher an die Almwirtschaft angelehnt. „Das bezieht sich nicht auf die besonderen Bedingungen, die wir auf den ehemaligen Hutweiden haben“, so Haider-Wallner. In Zukunft wolle das Land mit einem Investitionsprogramm unterstützen, aber auch bessere Förderungen im Bund verhandeln.