Rund 4.000 Roma und Sinti wurden während der NS-Zeit aus dem sogenannten Anhaltelager Lackenbach deportiert. Damals überlebten nur wenige Hundert, fast alle wurden ermordet. Mit dem Gedenktag wolle man darauf aufmerksam machen.

In der Nacht vom zweiten auf den dritten August 1944 wurde das Lager aufgelöst. Die verbliebenen Roma und Sinti in den Gaskammern ermordet. „Es war der grausame Höhepunkt des Völkermords, dem hunderttausende Roma und Sinti in ganz Europa zum Opfer fielen“, so die Oberwarterin Manuela Horvath.

Gräueltaten hinterließen Narben

Jedes Jahr wird an die Verbrechen der Nationalsozialisten erinnert. Auch um der Gesellschaft vor Augen zu führen, dass diese Verbrechen nicht irgendwo in der Ferne stattfanden. „Sie geschahen hier, in unseren Gemeinden, in unserer unmittelbaren Umgebung, inmitten unserer Gesellschaft“, so Jürgen Karall, Landtagsabgeordneter der SPÖ bei der Gedenkfeier.

Nancy Taubmann kommt jedes Jahr an die Gräber. Ihr Urgroßvater Johann Fojn liegt dort begraben. "Seit meiner Kindheit begleitet mich dieser Ort. Jedes Jahr komm ich mit meiner Familie hierher, um unserer Angehörigen zu gedenken“, so Taubmann.

Stimmen aus der Politik

Landtagspräsidentin Astrid Eisenkopf (SPÖ) mahnte anlässlich des Gedenktags: „Wir dürfen nicht vergessen, wir dürfen nicht verdrängen. Wir müssen erinnern. Die Aufarbeitung unserer Vergangenheit ist für eine friedvolle Zukunft von unschätzbarem Wert.“

„Eine offene Demokratie zeigt sich daran, wie konsequent sie die Rechte von Minderheiten schützt und dafür sorgt, dass sie mit ihrer Geschichte, ihrer Sprache und ihrer Kultur als selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft und Identität anerkannt werden“, hieß es vom Grünen Landtagsabgeordneten Philip Juranich.

ÖVP-Volksgruppensprecher Patrik Fazekas warnte: „Wer die Vergangenheit ernst nimmt, muss in der Gegenwart handeln – gegen jede Form von Hass, Hetze und Diskriminierung. Das Gedenken verpflichtet uns, die autochthonen Volksgruppen zu schützen und ihren Platz in unserer Gesellschaft zu sichern.“