Die Getreideernte war die mengenmäßig schlechteste im Burgenland seit 56 Jahren, bilanzierte Berlakovich. Auch bei den Herbstkulturen zeichne sich ein düsteres Bild ab. Der Kukurruz bilde keine ordentlichen Kolben aus, die Sojabohne auf den Feldern vertrockne und auch bei Erdäpfeln und Kürbissen zeigen sich Trockenschäden, so Berlakovich, der Unterstützungsmaßnahmen für die Bauern forderte.

„So ein Dürre-Maßnahmenpaket kann zum Beispiel die Stundung der Sozialversicherungsbeiträge enthalten oder auch die Stundung von Agrarinvestitionskrediten oder die Erstellung von Betriebsmittelkrediten plus eine Zinsenbezuschussung. Also eine Reihe von Maßnahmen, um bäuerliche Existenzen abzusichern. Darum geht es jetzt in der nächsten Zeit, um rasch eine Hilfe in Aussicht zu stellen, weil die Bauern um ihre Existenz ringen“, so Berlakovich.

„Der Osten brennt aus“

Der Landwirtschaftskammerpräsident bekräftigte seine Forderung Mittwochabend im „Burgenland heute“-Studiogespräch und sprach neuerlich von einer „dramatischen Lage“. „Man muss sagen, dass der Osten ausbrennt“, so Berlakovich. Das Burgenland sei hier „massiv betroffen“. Berlakovich wies auf bereits umgesetzte Unterstützungsmaßnahmen für Landwirte hin und sprach von „wichtigen Bausteinen“.

Berlakovich im Interview

Landwirtschaftskammerpräsident Nikolaus Berlakovich im Gespräch mit „Burgenland heute“-Moderatorin Raphaela Pint

„Wir sagen, dass es aber mehr braucht, eben ein Dürre-Maßnahmenpaket. Und das wird sich aus vielen Dingen zusammensetzen. Natürlich muss das ausverhandelt werden. Aber die Sozialversicherungsbeiträge sind so ein Thema, das die Betriebe mit den laufenden Kosten belastet. Wenn kein Einkommen da ist, dann können sie es auch nicht machen. Also muss man darüber reden, das zu stunden oder temporär auszusetzen“, so Berlakovich.

Engpässe bei Futtermittel

Durch die anhaltende Trockenheit kommt es auch zu Engpässen bei Futtermitteln. Burgenländische Biobetriebe können sich daher den Zukauf von konventionellem Futter mittels Bescheid genehmigen lassen, ohne die Bio-Zertifizierung zu verlieren, sagte Landeshauptmannstellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne).