Die Gesamtzahlen für den Juli liegen zwar noch nicht vor. In einzelnen Gemeinden wie Podersdorf (Bezirk Neusiedl am See) gibt es die Juli-Zahlen aber schon. Hier scheint sich die Rekordhitze nicht negativ auf den Sommertourismus ausgewirkt zu haben. Denn am Strand von Podersdorf war im Juli deutlich mehr los als noch vor einem Jahr: Plus 17 Prozent an Eintritten verzeichnet der Podobeach.

Die Nächtigungen in der Tourismusgemeinde haben um drei Prozent zugelegt. Laut dem Geschäftsführer des Podersdorf-Tourismus, Rene Lentsch, liegt das auch am Ausbau des Angebots, vor allem für Familien. Als Beispiele nennt er die Erlebniswelt und den Motorikpark am Strand, oder Handgolf im Ort.

Gäste buchen früh

Die herrschende Hitzewelle sei für die Buchungslage derzeit kein Problem. Das liege auch daran, dass die Gäste, die nach Podersdorf kommen, oft sehr früh buchen. Gäste würden eher wegen Regens stornieren, aber nicht wegen Hitze, so Lentsch. Das gilt auch für den Juni, als die erste Hitzewelle über Österreich gerollt ist und Podersdorf ein Minus von fast 10 Prozent hatte. Grund waren nicht Stornierungen oder Hitze, sondern schlicht die Feiertagssituation im heurigen Jahr, so Lentsch. Betrachtet man Mai und Juni gemeinsam, liege man gleichauf mit dem Rekordjahr 2025.

Schifffahrt spürt Auswirkungen der Hitze

Zu spüren ist die Hitze derzeit beim Fährbetrieb, speziell bei Radfähren, so Stefan Gangl, Chef der Schifffahrt Gangl in Illmitz. „Da merkt man dann schon, dass sehr viele Gäste vielleicht um 9.00 Uhr kommen, aber dann die nächste Fähre um 9.30 Uhr oder 10.00 Uhr auslassen, weil es einfach zu heiß ist“, so Gangl. Der Wasserstand sei derzeit aber kein Problem, weil vom historischen Tiefstwert noch ausreichend entfernt.

Hierner: Tourismus muss sich an Hitze anpassen

Die Hitze sei jedenfalls ein Thema, dem sich auch der Tourismus stellen müsse, erklärte der Erlebnisregions-Manager für die Region Neusiedler See, Patrik Hierner, Donnerstagabend im Burgenland heute-Interview mit Raphaela Pint.

„Wir müssen uns dementsprechend natürlich auch ausrichten und anpassen. Das hat einerseits zu tun mit der Erweiterung von saisonalen Angeboten abseits des Hochsommers, um da weniger abhängig zu sein. Und im Hochsommer natürlich zu schauen, was können wir den Gästen anbieten, wo können wir Schattenplätze bieten, was können wir vielleicht schon sehr zeitig am Morgen anbieten. Das heißt, in der Angebotsentwicklung müssen wir da entsprechend auch reagieren und aktiv sein“, so Hierner.

Patrik Hierner im Interview

Erlebnisregions-Manager Hierner über die Herausforderungen im Tourismus

Auch viele Unterkünfte stehen vor der Herausforderung, ihre Gebäude entsprechend „hitzefit“ zu machen. „Das ist definitiv eine Aufgabe, auch für die Zukunft, für viele Betriebe“, meinte Hierner. Einige Betriebe seien hier schon mit gutem Beispiel vorangegangen. „Aber ich glaube, da ist noch einiges zu tun in der Region, um da wirklich für die Zukunft gut gerüstet zu sein. Denn dieser heiße Sommer dieses Jahres wird nicht der einzige bleiben“.