700 Millionen Euro wurden im Rahmen des „Projekts Tomorrow“ bereits finanziert, in kommenden Jahren folgen noch einmal mehr als eine Milliarde Euro – mehr dazu in 700 Millionen Euro für neue Wind- und Solaranlagen . Die FPÖ kritisierte das am Donnerstag bei einer Pressekonferenz scharf. Das Projekt wäre zwar in den aktuell geopolitischen Zeiten rentabel, sagt FPÖ-Landesparteiobmann Alexander Petschnig, aber es handle sich um Ausnahmesituationen.
„Sehenden Auges in Verlustprojekt“
„Unter normalen Umständen – das heißt, wenn kein Krieg in der Ukraine ist oder am Persischen Golf – dann war der Preis unter fünf Cent. Erst im Jahr 2021 mit Corona ist er tendenziell gestiegen, aber das sind ja Ausnahmesituationen, das ist unser Punkt. Wir haben höhere Selbstkosten von sechs oder sieben Cent, haben aber am Markt zu erwarten nur fünf Cent. Das heißt man geht mit hoher Wahrscheinlichkeit sehenden Auges in ein Verlustprojekt hinein“, so Petschnig.
Nach den Berechnungen der FPÖ müsse das Projekt im Durchschnitt einen Börsenstrompreis von rund sechs Cent pro Kilowattstunde erzielen, um allein Zinsen, Tilgung und Betriebskosten abzudecken, sagte auch FPÖ-Energiesprecher Sandro Waldmann. „Bereits darunter beginnt das wirtschaftliche Risiko. Gewinne werden in diesem Bereich noch gar nicht erzielt", sagte auch FPÖ-Energiesprecher Sandro Waldmann.
FPÖ-Landtagsabgeordnete Michelle Whitfield thematisierte hingegen Personalentscheidungen rund um die Burgenland Energie und die Landesholding. „Ausgerechnet während der größten Investition der Unternehmensgeschichte haben der langjährige Geschäftsführer der Landesholding, Hans Peter Rucker, sowie der Aufsichtsratsvorsitzende der Burgenland Energie, Johann Sereinig, ihre Funktionen zurückgelegt. Gleichzeitig erhielt Finanzvorstand Reinhard Czerny keine reguläre Vertragsverlängerung. Gerade bei einem Milliardenprojekt braucht es größtmögliche Transparenz und unabhängige Kontrolle", so Whitfield.
SPÖ und Grüne weisen FPÖ-Kritik zurück
SPÖ und Grüne wiesen die Kritik der FPÖ am Donnerstag zurück. Das „Projekt Tomorrow“ ermögliche dem Land Investitionen in der wohnortnahen Gesundheitsversorgung, sagte SPÖ-Klubobmann Roland Fürst. „Wer angesichts immer neuer Temperaturrekorde beim Ausbau der erneuerbaren Energie auf die Bremse steigen will, verweigert sich der Realität“, meinte der Energiesprecher der Grünen, Philip Juranich.