Sein Talent hat Christian Giefing auf Junioren-Ebene ausreichend zur Schau gestellt, schon im Vorjahr in seinem vorletzten Nachwuchsjahr hatte er sich EM-Gold über 200 m Kraul geholt.
Heuer ging sich Bronze über 400 m aus. Und das vor vier Wochen in München auf den letzten Drücker, nachdem er davor über 200 m Kraul und 200 m Lagen als jeweils Vierter Bronze um eine bzw. neun Hundertstel verpasst hatte. Der Podestplatz brachte Motivation für Paris: „Ein schönes Gefühl, doch noch eine Medaille mitzunehmen.“
Im EM-Elite-Feld muss er nun erst seinen Platz finden. „Mal schauen, was passiert, mal schauen, was noch geht.“ Klar strebt Giefing einen Aufstieg an, am ehesten auf der 200-m-Distanz am Donnerstag ins Semifinale. Der 400-m-Bewerb ist für Sonntag angesetzt.
„Da vertraue ich ihm blind“
Der 18-Jährige aus Markt St. Martin (Bezirk Oberpullendorf) kostet sein bisher größtes Schwimm-Event so richtig aus. Zum „Einschwimmen“ absolvierte er bereits am Montag die 50 m Delfin, einen eher ungewöhnlichen Bewerb für den Kraulspezialisten. Wie erwartet war im Vorlauf Endstation, allerdings mit neuer persönlicher Bestzeit für den Burgenländer.
Dass es auch bei seinem zweiten Saison-Höhepunkt innerhalb von einem Monat mit der Form gut passt, liegt in den Händen von Balasz Fehervari. „Da vertraue ich ihm blind“, meinte Giefing über seinen Coach im BSFZ Südstadt. Dort bzw. unter dem Ungarn hatte vor seinem EM-Gold-Coup von Belgrad vor zwei Jahren auch Auböck trainiert.
Fernvergleich mit Auböcks schnellsten Zeiten
Giefing war da noch in einer tieferen Trainingsgruppe gewesen. „Mit Felix selbst trainiert habe ich nie, was ich schade finde. Ich hätte ihn gerne als Trainingspartner, weil er richtig schnell war im Training“, erklärte der Youngster. Es werden aber über die Trainingszeiten Vergleiche mit dem seit drei Wochen mit Langzeitpartnerin Catie DeLoof verheirateten, mittlerweile 29-jährigen Auböck gezogen. Giefing: „Man vergleicht die Geschwindigkeit der Trainings, wie schnell er war und ich bin. Man merkt aber schon den Unterschied, dass bei Felix 400 m die Hauptstrecke war und nicht 200 m.“
Dennoch bemerkenswert, dass Giefing heuer über 200 m mit einer schnelleren Zeit ins Junioren-EM-Finale geschwommen ist als Auböck vor 2023 in Fukuoka ins WM-Finale. Mit seinen 1:45,88 Min. fehlen dem Athleten von ASV 2000 Stockerau nicht nur bloß 77 Hundertstel auf den gut vier Jahre alten OSV-Rekord Auböcks, sondern vor allem nur fünf Hundertstel auf das Olympia-Limit für Los Angeles 2028. Eine Steigerung in Paris bringt Giefing freilich in Hinblick auf die Spiele nichts direkt, denn die allgemeine Qualifikationsfrist läuft erst vom 1. März 2027 bis 18. Juni 2028.