Das Burgenland sei das einzige Bundesland, in dem es „bis heute keinen einzigen stationären Behandlungsplatz“ gebe, hieß es in einer Aussendung der ÖGKJP. Gleichzeitig würden andere Bereiche des Spitalswesens großzügig ausgebaut.

Während etwa in Oberwart eine Herzchirurgie aufgebaut werde, seien andere Bereiche der Gesundheitsversorgung „seit Jahren völlig unberücksichtigt“ geblieben, kritisierte die ÖGKJP, die darin ein „gravierendes Versäumnis der Landespolitik“ sieht.

Psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter müsse der gleiche Stellenwert in der Gesundheitsversorgung eingeräumt werden wie somatischen Erkrankungen. Auch Kinder und Jugendliche im Burgenland hätten Anspruch auf eine wohnortnahe und qualitätsgesicherte stationäre Versorgung, hieß es.

Soziale Dienste: Ambulante Standorte und Kooperationen

Die Sozialen Dienste Burgenland (SDB) verwiesen in einer schriftlichen Stellungnahme auf ambulante Standorte der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (KJPP) in Neusiedl am See, Eisenstadt und Oberwart. 57 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unterschiedlichen Berufsgruppen würden dort jährlich rund 2.200 Kinder und Jugendliche betreuen, hieß es. Für notwendige stationäre Behandlungen gebe es funktionierende Kooperationen mit Standorten in Graz und im niederösterreichischen Hinterbrühl.

Im Krankenhaus in Eisenstadt sei erst 2025 eine stationäre psychosomatische Versorgung für Kinder und Jugendliche geschaffen worden. Außerdem erarbeite die EPIG GmbH derzeit im Auftrag des Landes ein psychiatrisches Gesamtkonzept, das neben der stationären Versorgung auch Prävention, ambulante medizinische Versorgung, psychosoziale Unterstützung, Kinder- und Jugendhilfe sowie den Bildungsbereich umfassen soll, erläuterten die Sozialen Dienste.

ÖVP fordert umfassende Konzept

Die aktuelle Situation zeige, dass die rot-grüne Landesregierung in den vergangenen Jahren die falschen Prioritäten gesetzt habe, sagt die ÖVP-Abgeordnete Carina Laschober-Luif. Man habe Prestigeprojekte vorangetrieben und dabei versäumt, grundlegende Strukturen für die psychiatrische Versorgung zu schaffen. Laschober-Luif fordert „rasches Handeln und ein umfassendes Konzept für eine wohnortnahe und bedarfsgerechte kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung“.