Während der Dürreperiode ist der Pegel des Wasserreservoirs in Litzelsdorf (Bez. Oberwart) alarmierend gesunken. Peter Fassl und Patrick Ivants von der örtlichen Wassergenossenschaft prüfen deshalb häufiger als sonst den Wasserstand. Nachdem die beiden in der Vorwoche bemerkten, dass der Wasserstand gesunken ist, wurde die Bevölkerung darüber informiert und gebeten, sparsam mit dem Wasser umzugehen. Um den Ernst der Lage zu unterstreichen, geht man in Litzelsdorf einen Schritt weiter: Wer übermäßig viel Wasser verbraucht, wird zur Kasse gebeten.

500 Euro Strafe

„Bei unserer Wassergenossenschaft gibt es bereits seit über 15 Jahren einen Beschluss, wo illegale Poolbefüllungen mit Strafen geahndet werden. Hier haben wir eine Strafe von 500 Euro beschlossen und wenn jetzt mit dem Wasser nicht sparsam umgegangen wird, wird dann im Einzelfall im Ausschuss darüber beratschlagt und behandelt, wie wir mit den Strafen vorgehen“, erklärt Fassl.

Wassersparen auch in Pinkafeld

Die Drohung scheint Wirkung zu zeigen. Denn, mittlerweile hat sich der Pegelstand hier wieder erholt. Auch ein paar Kilometer weiter, in Pinkafeld, lässt die Dürre der letzten Wochen den Wasserverbrauch explodieren. „Der normale Wasserschnitt an einem Tag liegt bei zwölf Sekundenlitern. Jetzt in dieser Zeit haben wir vor allem in der Früh und am Abend einen sehr, sehr massiven Wasserverbrauch von bis zu 18, 19 Sekundenlitern“, so Bürgermeister Kurt Maczek (SPÖ). Über die sozialen Medien, ruft die Stadt Pinkafeld seine knapp 6.000 Einwohner:innen deshalb zum Wassersparen auf.

30 Prozent mehr Wasserverbrauch im Landessüden

Pinkafeld und Litzelsdorf sind im Südburgenland keine Ausnahme. Im gesamten Landessüden ist der durchschnittliche Wasserverbrauch im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 30 Prozent angestiegen, sagt Christian Portschy vom Wasserverband Südliches Burgenland: „Für das Rasengießen, für Poolbefüllungen, dann muss auch noch das Auto gewaschen werden. Indoor werden wir es immer schaffen. Outdoor ist halt die Frage, wie lange.“

Auf die Frage, ob Portschy ebenfalls Strafen in Erwägung ziehen würde, sagt er: „Ich setze da eher auf die Solidarität und auf die Vernunft der Leute. (…) Wenn es sich nicht vermeiden lässt, ist das dann wahrscheinlich sowieso eine politische Entscheidung.“

Während man also im ganzen Land, aber speziell im Landessüden auf den lang ersehnten Regen wartet, bleibt das Gebot der Stunde weiterhin ein sorgsames Auge auf die Pegelstände zu richten.