„Diese Periode ist die niederschlagsärmste vergleichbare Periode seit zumindest 1961“, analysierten die Fachleute von Geosphere Austria auf APA-Anfrage am Dienstag. Die Niederschlagswerte in der Ostregion in diesem Zeitraum erreichten mit rund 211 Millimetern statt der üblichen rund 405 Millimeter nur etwa die Hälfte des Normalwerts, so die Geosphere. Die bisherigen negativen „Rekordhalter“ für dieses Zeitfenster – die Jahre 2003 und 2015 – liegen mit rund 266 bzw. 275 Millimetern deutlich darüber.

Beobachtungszeitraum reicht 65 Jahre zurück

Einschätzungen, dass es sich bei der anhaltenden Trockenheit sogar um ein sogenanntes 1.000-jährliches Ereignis handeln könnte, geben die Daten nicht her – dafür reicht einfach die Länge der Beobachtungsreihe nicht aus. Aus 65 Vergleichsjahren lasse sich eine Wiederkehrperiode dieser Größenordnung statistisch nicht seriös herleiten – das wäre eine Extrapolation weit über den beobachteten Bereich hinaus, so die Fachleute.

Flächendeckende Klimadaten für Österreich seit 1961

Die „Spartacus“-Datensätze der Geosphere Austria reichen als flächendeckende Klimadaten für Österreich bis ins Jahr 1961 zurück. Somit kann die aktuelle Dürre statistisch verbrieft jedenfalls aber als die trockenste vergleichbare Periode seit zumindest 1961 eingestuft werden.

Definition von Jährlichkeit basiert auf Wahrscheinlichkeiten

Die Jährlichkeit bezeichnet die Zeitspanne, in der ein Ereignis einen Wert im Durchschnitt einmal erreicht oder überschreitet. Die Definition basiert rein auf Wahrscheinlichkeiten. Eine Einstufung eines Naturereignisses als Jahrhundert- oder gar Jahrtausendereignis heißt daher nicht, dass es tatsächlich nur alle 100 oder 1.000 Jahre auftritt.