Nur mit Bewässerung lässt sich ein Totalausfall verhindern. Von Plantage zu Plantage gibt es große Unterschiede, je nach Bodenqualität und Lage. In Klostermarienberg trotzt beispielsweise eine Apfelplantage der Hitze – dank einer Tröpfchenbewässerung. Trotzdem leiden die Bäume unter der Hitze und der Trockenheit, sagt der Obstbauer Johann Plemenschits, der in zwölf Tagen mit der Ernte beginnen will.

„Hitze bedeutet Stress für die Bäume“

„Hier haben wir noch keine trockenen Blätter. Was wir hier schon merken, ist, dass die Fruchtgröße dem nicht entspricht, wo sie sein könnte, weil eben die Hitze Stress für die Bäume bedeutet. Und dieser Stress lässt die Bäume nur im Extremfall einen halben Tag wirklich atmen und leben. Und den anderen halben Tag haben sie wirklich Not“, so Plemenschits.

Die Höhe der Ertragseinbußen lasse sich noch nicht abschätzen. Unklar ist, wie der Markt auf die kleineren Früchte reagiert. Fest steht: Ohne Bewässerung ist professioneller Obstbau nicht mehr möglich. Im konkreten Fall stammt das Wasser aus der örtlichen Kläranlage, es wird somit doppelt genutzt. „Das Wasser wurde einmal schon dem Grundwasser entzogen. Die Menschen nutzen es zum Waschen, Duschen und so weiter. Dann wurde es gereinigt. Und dann ist es immer noch das Grundwasser aus der Region. Und dann nehmen wir es und nutzen es zum zweiten Mal“, erklärt Plemenschits.

Früchte teilweise „verbrannt“

Aber auch bei jenen Obstsorten, die schon geerntet sind, gibt es auch wegen der Trockenheit im Frühling Ertragseinbußen, sagt Obstbaupräsident Plemenschits und bringt ein Beispiel: „Kirschen haben dann schon die erste Hitzewelle erlebt. Dort hat man schon gesehen, dass bei Anlagen, die nicht bewässert waren oder durch Schutzmaßnahmen beschattet, geschützt waren, es sogar so weit gekommen ist, dass sie gar nicht abgeerntet werden konnten, weil die Früchte am Baum verbrannt sind aufgrund der extremen Hitze. Also sehr starke Unterschiede auf jedem Betrieb und Anlagen“.

Generell gilt: Wie stark die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit sind, hängt entscheidend von der Bodenqualität und der Lage des Obstgartens ab.