Ohrwürmer sind so ein Ding. Wolf Alice haben einige auf Lager: "Bloom Baby Bloom" oder das „What if it´s not meant for meeeeee“-Mantra in „Don´t Delete My Kisses“. Im Gehörgang von Gitarrist Joff Oddie hat sich seit Wochen Olivia Rodrigos „Begged“ eingenistet. „It’s beautiful guitar playing, but the vocal arrangement on it is absolutely gorgeous! It’s so beautiful!“

Der Reiz von Wolf Alice’ eigenen Liedern sind die Gitarren-Arrangements von Joff, und auf dem neuen Album „The Clearing“ glänzt auch Drummer Joel Amey erstmals als Sänger im Song „White Horses“. Er wiederum erwähnt, dass ihn durch ein Playlisten-Fund Panteras Song „Walk" nicht mehr loslässt. Dicht gefolgt von einem Ohrwurm, der seit drei Jahren nicht verstummt: "End Of Beginning“ von Djo.

Wolf Alice sind seit Erscheinen ihres Debüt-Albums 2015 regelmäßig in Österreich aufgetreten – nicht selbstverständlich für eine Mercury Prize Gewinner-Band. Vom ersten Gig im Wiener Flex bis zum Gasometer Gig als Vorprogramm von Alt-J oder als Stadthallen-Support für Harry Styles. Vor einigen Wochen haben sie ein sehr erinnerungswürdiges Open Air Konzert in der Arena gespielt und auch in ihrer Heimatstadt London im Finsbury Park einen eigenen Festivaltag mit ihren Lieblingsacts veranstaltet. Nächste Woche werden sie am Sziget Festival in Budapest auftreten, bevor sie im September als Support Act von Olivia Rodrigo durch die USA touren. Joff wird also zwei Monate lang „Begged“ jeden Abend live hören können.

Im Gespräch über die Lieblingslieder soll es aber nicht nur um aktuelle Inspirationsquellen gehen, sondern auch die großen Helden. Bands, die seit Jahrzehnten Generationen von Fans begeistern. Jung und alt mitnehmen, so wie es hoffentlich auch Wolf Alice in Zukunft machen werden. Joel erwähnt, dass er im Festivalsommer an einem Day Off die gemeinsamen Konzerte von System of A Down und Queens of the Stone Age gesehen hat. „They looked like they had come out stronger and healthier than ever before! They were tearing up the place. It was really cool!“

Alle in der Band sind auch große The Cure-Fans und haben im Festivalsommer gleich zweimal die Gelegenheit gehabt, ihre alltime favourite Band The Cure live zusehen. Joel sagt, Robert Smith ist einer der besten Sänger: „I´ve not been moved the way that I´ve been moved by an artist or a singer or a band the way that Robert Smith’s voice has moved me in the last couple of performances. It absolutely floored me that he just comes on stage and can sing like that. I think he’s one of our best singers!“ Sie sind unverwechselbar und unangepasst und das seit 1979. „And their audiences are like 20 years old!!“ fügt Joel begeistert zu.

Bei den FM4 Lieblingsliedern ist auch Zeit zum Träumen: Wenn Joel und Joff also in die Vergangenheit reisen könnten und bei einer Studiosession dabei sein könnten, welchen Bands würden sie dann gerne über die Schulter schauen? "Revolver" von den Beatles, kommt es wie aus der Pistole geschossen. „It´s an astounding record and they invented like about 10 genres of music on that album. The sound is incredible still today!“

Um die „Wie hat er das gemacht?“-Neugier zu stillen, erwähnt Joff auch das „Drukqs“ Album von Aphex Twin: „I´d love to see – actually it would have been awful – but watching Aphex Twin make Drukqs? Just one man in a shed with lots of cables and buttons. Like he made his own synthesizers! The guy´s a genius!“ Weniger anstrengend im Hörerlebnis wäre dann Outkasts 2003 erschienenes Album „Speakerboxxx/The Love Below". "We´ve often answered a dream collaboration would be Andre3000. Whatever he tapped into around that album. That´s such a crazy record. It’s all the genres, pop songs and rap songs and everything. I’d love to see what they were thinking and how they were approaching it!“