In dem Bilderbuch-Kleinstädtchen Bayleen Bay stehen die Zeichen auf Sommer und die Ferien vor der Tür, ein Baseballspiel ist am Laufen und da rollt auch schon das Eismobil an. Es ist ein alter Retro-Wagen und an der Verkaufsklappe steht ein creepy lächelnder Mann mit weißer Schiffchenmütze und roter Fliege: der titelgebende „Ice Cream Man“. Dieser Eisverführer wird den gesamten Film hindurch wortlos bleiben, dafür sprechen seine Schleckereien Bände. Denn sie werden aus den Kindern der Stadt schon bald zombiegleiche Killermaschinchen machen, erkennbar an ihren eisverschmierten Mündern mit Zuckerstreuseln drumherum.

Brain freeze“ der anderen Art

Nach etwa zwanzig Minuten ist der erste Hals effektvollst durchsägt und Schädel Nummer eins gleicherweise per Schläger zertrümmert. Es folgen menschliche Fackeln, grauenhafte Ziegelstein-Tode, Gedärme, offenes Hirn und Kinder, die in Blutlachen Schnee-Engel machen.

Im Herzen dieser Gore-Hölle existiert natürlich auch eine Handvoll Kids und Teens, die sozusagen nicht vom Eis infiziert wurden. Und da die Erwachsenen quasi allesamt tot sind, ist es an ihnen, die Stadt und auch sich selbst zu retten.

Das Motto: furchterregender und verrückter denn je

Regisseur und Drehbuchautor Eli Roth ist bekannt für Genrestreifen wie „Hostel“ oder „Cabin Fever“. Mit seinem neuesten Film, dessen Idee übrigens schon 20 Jahre zurückreicht, wollte Roth seinen „most terrifying and insane film to date“ machen. Das könnte ihm mit „Ice Cream Man“ durchaus gelungen sein.

In seiner Backstory hält der Film eine Bauernopfergeschichte mit nach sich ziehender Rache bereit sowie einen Necromancer-Plot, sprich eine Totenbeschwörung. Es geht ums Anfüttern mit Ideologien, die Kirche und Vorurteile, garniert mit Anspielungen auf Ess-Störungen, Naziuniformen oder einem Android-Bashing. Retro-Elemente wie etwa Zeichentricksequenzen sind liebevoll eingearbeitet, Eli Roth selbst spielt ebenfalls eine kleine Rolle und Snoop Dogg hat einen Song beigesteuert.

I scream, You scream, Ice cream

„Ice Cream Man“ markiert den ersten Film, der unter dem Banner von Eli Roths 2025 neu gegründeter Firma „The Horror Section“ erscheint. Gedacht ist diese als eine Art Super-Versorger für alle Horrorfans, und zwar quer durch sämtliche Mediengattungen.

Roths neuer Sommer-Splatter ist jedenfalls für eher Hartgesottene. Losung: Wenn die Rattenfänger-Sage und die „Terrifier“-Filme einen Sohn hätten, der in einer Stephen King-Provinz aufwächst, sähe er wohl wahrscheinlich so aus wie „Ice Cream Man“.