Clemens J. Setz’ literarisches Werk kennt kaum Grenzen. Neben Romanen, Erzählbänden, Theaterstücken und Gedichten wendet sich Setz in seinen Büchern auch immer wieder kulturellen Randphänomenen wie Plansprachen, Verschwörungstheorien oder der Twitterpoesie zu. Seine Bücher offenbaren einen neugierigen, erstaunten Blick auf die Welt voller ungewöhnlicher Beobachtungen, die neben viel Witz im Detail immer auch die Abgründe und Grausamkeiten des Lebens umfassen.

"Indigo" (2012)

Zum Anfang ein Buch, das ihr nicht mehr weglegen wollen werdet. Alles dreht sich um Kinder, die am rätselhaften „Indigo-Syndrom“ leiden. Wer ihnen zu nahe kommt, entwickelt Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, bis hin zur Ohnmacht. Der Protagonist, ein Mathematiklehrer namens Clemens J. Setz, versucht das plötzliche Verschwinden dieser Kinder aus einer Sonderanstalt aufzuklären. Ein beklemmender Pageturner zwischen Horror, X-Files und Doku mit fiktiven Zeitungsartikeln, Interviews und Fotos.

"Glücklich wie Blei im Getreide" (2015)

Ein Buch, perfekt zum kurzen Lesen zwischendurch. Irgendwann fand Clemens Setz eine alte Mappe mit seinen ersten Schreibversuchen. „Glücklich wie Blei im Getreide“ sind die Kurzzusammenfassungen von 45 dieser frühen Geschichten. Geschichten mit schiefen Metaphern, kurioser Handlung und skurrilen Einfällen, die Setz distanziert kommentiert. Witzig und kurzweilig.

"Monde vor der Landung" (2023)

Ein faszinierender Roman über die reale Lebensgeschichte von Peter Bender, einem frühen Anhänger der Hohlwelt-Theorie. Zwölf Jahre lang hat Clemens Setz nach eigenen Angaben zu Peter Bender recherchiert. „Monde vor der Landung“ folgt dem historisch belegten Peter Bender, der in den 1920er-Jahren in Worms eine eigene Glaubensgemeinschaft gründet und fest davon überzeugt ist, dass die Menschheit nicht auf, sondern im Inneren einer riesigen Hohlkugel lebt. Anhand seines Protagonisten setzt sich Setz auch mit der Faszination der Menschen für Verschwörungstheorien auseinander. Kein Buch für nebenbei. Ein Roman für alle, die sich gern über mehrere hundert Seiten in eine fremde, verschlungene Gedankenwelt hineinziehen lassen.

"Der Trost runder Dinge" (2020)

„Der Trost runder Dinge“ sind 20 Geschichten, die alle nach ähnlichem Muster arbeiten: Setz etabliert eine ganz normale Alltagsszene und kippt sie dann unvermittelt. Die Eröffnungsgeschichte erzählt von einem Autor, der auf eine Lesereise wartet und plötzlich in einer verstörenden Szene mit einem improvisierten Flüchtlingslager in seiner eigenen Wohnung landet. In einer anderen Geschichte sitzt eine Schuldirektorin einem Vater gegenüber, um ihn davon zu überzeugen ein Schulfoto zu kaufen, auf dem allerdings auch ein Mitschüler seiner Tochter abgebildet ist, der in einer Art seltsamer mechanischer Vorrichtung leben muss. Jede Story hat einen anderen Vibe; die Faszination fürs Unheimliche zieht sich aber durch alles und das ist ziemlich ansteckend.