Genau zehn Jahre sind nun schon vergangen, seit Veronika König alias FARCE mit ihrem immer noch bahnbrechenden Debüt-Minialbum mit dem guten Titel „Ich sehe im vorbeifahrenden Auto den Unfall mitvorbeifahren in Zeitlupe und rueckwaerts“ in der Wiener Musikszene aufgetaucht ist, damals noch mit fragmentierterem Pop mit starker Noise-Schlagseite. Seither ist viel passiert, FARCE hat ihre Skills in Songwriting und Produktion perfektioniert, hat konsequent den Begriff Independent Artist wörtlich genommen, hat Bandprojekte gegründet und ist nicht zuletzt auch Host einer Show auf unserem Sender, beim FM4 Pop Shop.

Vor Kurzem ist mit „The Label“ das bereits dritte Album von FARCE erschienen, und mit der Single „Deeply Strange People“ ist Veronika König diese Woche die wohlverdiente #1 der FM4 Charts.

Cute Aggression feat. NENDA – „Talking About Music“ (Remix)

Zuckerschock: Das Wiener Duo Cute Aggression, bestehend aus Aaron Abebe und Erika Schweighofer, macht hibbeligen Hyperpop mit Punch und Witz, einer Liebe zu Games-Sounds und gerne auch mit kleinen Indie-Gitarren-Einsprengseln. Zu hören etwa auf dem Cute Aggression-Debütalbum „Make Us Crash“, das Anfang Mai erschienen ist. Der Albumtrack „Talking about music“ bekommt in seinem aktuellen Remix einen Gast-Verse von NENDA, die ihre geliebte Katze kurz hergibt, sie gern aber gleich wieder zurückhätte. Der Song kombiniert eine Liebeserklärung und einen Diss auf bisher ungeahnt ungewöhnliche Weise: „I’m just addicted to write music for you, cause you’re annoying like an old WhatsApp chat!“.

Endless Wellness – „So allein sollen wir nie wieder sein“

Wie wir leben wollen: Es gibt bald neues Futter von Endless Wellness, der vielleicht ungewöhnlichsten, sprachverliebtesten und gleichzeitig auch sprachmisstrauischsten Band des Landes. „Domino Days“ wird das neue, zweite Album heißen, das für 16. Oktober angekündigt ist, in zarter Bandneubesetzung. Die erste Single „Nie mehr sicher“ warf bereits ihre gewohnt kryptischen Schatten voraus; nun folgt mit dem Album-Closing-Track doch tatsächlich die tocotronischste und damit auf eine Art auch zugänglichste Single des Wiener Quartetts. „So allein sollen wir nie wieder sein“ klingt indierockig wie zu besten K.O.O.K.-Zeiten und hat auch im Titel eine eindeutige Message: Die Zukunft wird besser werden, sie muss ja.

My Ugly Clementine – „This Is Nice“

Erst vor Kurzem haben My Ugly Clementine eines ihrer besten Konzerte gespielt, und zwar auf der FM4 Bühne am Donauinselfest 2026. Mit dieser Show und einer Handvoll Singles, eine besser als die andere, bereiten sie gerade ihrem kommenden, dritten Clementines-Album namens „Apply Autonomy“ den Weg. Den Weg der immer eingängigeren, aber auch immer grungeigeren Indierock-Hits gehen sie auch mit der aktuellen Auskopplung „This Is Nice“ weiter: „Don’t break another heart, babe“ heißt es darin zwar immer wieder, aber die Abfahrt in die zum Scheitern verurteilte Zweisamkeit ist darin schon angelegt, denn in Wahrheit läuft es darauf hinaus: „Let’s break each other’s heart“. This is nice!

Yukno – „ich will nicht dass du mich wieder loslässt“

Eine gewisse Skepsis gegenüber der Sprache und ihren Wörtern tragen Endless Wellness, siehe oben, in ihrer DNA, und jetzt äußern auch Yukno Zweifel an der Möglichkeit eines wahrhaftigen Ausdrucks: „All die Wörter sind am Ende nur Fassade und viel konkreter wird’s dahinter nie.“ In solchen Fällen flüchtet man sich gern in Ironie, aber das lyrische Ich in der neuen Single der steirischen Brüder Georg und Nikolaus traut sich irgendwann in dieser zart melancholischen, gewohnt leicht kryptischen Yukno-Single doch, zumindest heimlich, den direkten Gedanken auszusprechen: „Ich will nicht, dass du mich wieder loslässt.“