Die zweite Woche in Folge bleiben Jungle mit „The Wave“ auf Platz 1 der FM4 Charts. „The Wave“ ist die zweite Single aus dem im August erscheinenden Album „Sunshine“ von Jungle. Leicht und sommerlich, wie wir den Jungle-Sound eben kennen, ist – wenn man nach den ersten beiden Songs gehen kann – auch dieses Album geworden. Die einzelnen Mitglieder waren dieses Jahr schon sehr umtriebig: Tom McFarland hat mit Jordan Rakei den Song „Easy To Love“ rausgebracht und Lydia Kitto hat gleich ein ganz neues Projekt am Start: Loaded Honey. Schön, dass sie auch noch ausreichend Zeit für Jungle haben: Im Oktober und November sind sogar zahlreiche Shows in Europa geplant, mit denen man den Sommer sicher um ein wenig verlängern kann.

FARCE – „Deeply Strange People“

Ja, es geht hier um die eigenen Eltern:

„I’m just a sweet, sweet kid of

some really strange people

I’m not gonna believe that that

makes me evil“

Aber FM4 Pop Shop-Kollegin FARCE wäre nicht sie selbst, wenn sie den Gedanken nicht erweitert, denn in „Deeply Strange People“ denkt sie über familiäre Konstellationen insgesamt nach. Inspiration war die Serie „Real Housewives of New York City“, in der es allerlei strange, aber liebenswerte Kinder in oft weirden bis toxischen Familien gibt. Dass aber nicht an allem die Eltern Schuld sind, das weiß FARCE ebenfalls. Irgendwo zwischen Emo, Gitarren-Rock und Elektropop hat FARCE sich ihre ganz eigene Ecke gebaut und we are absolutely here for it!

KÄSSY – „T-Shirt“

Ist man nun in der Friendzone oder nicht? Oft ist das schwer zu erkennen, wenn man selbst in dieser Beziehung steckt. Kässy singt in „T-Shirt“ darüber, wie befreiend ein Blick von außen sein kann, aber sie singt auch von Selbstzweifeln, Angst vor zu viel und gleichzeitig zu wenig Nähe. Das titelgebende Shirt ist anfangs so abwesend wie die Gewissheit über die Zukunft dieser Situationship. „All stripped off and naked“ fühlt sich das lyrische Ich, ohne jeglichen Schutz. Das Video zum Song wurde in London gedreht, die Tube lässt grüßen, wir sehen Big Ben und Soho, aber das Thema des Songs ist universell und die großartig minimalistisch wirkende Produktion garantiert einen neverending Ohrwurm. Anhören auf eigene Gefahr. (Tut es!)

Peggy Gou ft. Ayra Starr – „Wo, man“

„Tell them Peggy!“ – Mit einem nostalgischen Eurotrash-Beat begrüßen uns Peggy Gou und Ayra Starr im neuen Song „Wo, man“, der von nun an auf keinem Open-Air-Event mehr fehlen darf. Ein Dance-Party-Hit, der sich kritisch mit der vermeintlichen Binarität der Geschlechter auseinandersetzt und dabei klar macht, dass Frauen* diesen Song einfach genießen sollen und Männer* sich vielleicht mal hinsetzen und nachdenken sollten:

„If you’s a woman,

I want you to put up your hands!

And if you’s a man, mister,

I want you to understand.“

The Linda Lindas – „Burning Out“

Wer erinnert sich noch an das fantastische Video in dem The Linda Lindas von einem rassistischen Vorfall in der Schule erzählen und dann ihren Hit „Racist, Sexist Boy“ losschmettern? Das ist nun 5 Jahre her und die damals oft als Schüler:innen-Band betitelte Gruppe, ist aus der Musikszene nicht mehr wegzudenken. Im neuen Song „Burning Out“ liefern The Linda Lindas den gechillten Surf-Punk-Sound für unseren Sommer. Der Text allerdings erzählt von einem echten Burnout, einer Sommer-Depression und vielleicht auch von vom Klimawandel verursachten Hitzewellen.