Sie ist eigentlich Bienenzüchterin und er arbeitet als Programmierer. Zusammen sprechen Victoria Rose und Stone Filipczak aber dieselbe musikalische Sprache und bündeln ihren gemeinsamen Output unter dem Pseudonym @ (ausgesprochen wie das klassiche @-Zeichen). Ihre Live-Konzerte veranstalten sie, wie diesen Sommer, dann gerne mal im Garten. Das kann man sich herrlich gut vorstellen, hört man ihren neuesten Song „Punish My Mind“. Am 16. Oktober erscheint ihr zweites Album „Autosmile“ im Label-Hause 4AD.
„Punish My Mind“ heißt der Song, der bei @ ein bisschen nach Beach Boys klingt. Nicht nur wegen der Harmonien, sondern auch wegen der Pet-Sounds-artigen Arrangements, der kreischenden Affen im Hintergrund, der mäandernden Klangästhetik. Das dazugehörige Musikvideo liefert schwindelerregende Bilder aus einer US-amerikanischen Nachbarschaft in der Abendsonne, die Stone Filipczak aufgenommen hat.
Die Band @ trägt die Leichtigkeit im Sound und die Verkopftheit im Text. „Punish My Mind“ setzt sich mit den Quälereien auseinander, die man sich gerne mal selbst antut. Körperlich, aber vor allem auch gedanklich. Immerhin ist man sich selbst oft der schlimmste Feind. Wenn man zum Beispiel einfach mal vom Schlimmsten ausgeht, was sonst. Im Falle der Erzählfigur ist das Horrorszenario ein Paralleluniversum, in dem die geliebte Person ohne sie auskommt: „When I try to punish my mind, I dream of an alternate timeline / And I see you without me.“
Kaum auszuhalten, dieser Alptraum. @ drehen die Negativspirale deshalb gleich in der zweiten Strophe um, in der das Best-Case-Szenario nach Zweisamkeit aussieht: „When I try to comfort my mind I dream of an alternate timeline / And I see me on your team and I see you on my team.“ Zusammensein, als Team. Wie das eben auch bei ihrem Musikprojekt @ die Realität ist. Ein Traum!