Es gibt wenig bessere Momente als genau gerade jetzt mit UCHE YARA zu reden, sich mal kurz auf ein Heurigenbankerl draußen zu setzen, vielleicht am Wasser, und die Gelsen in Kauf zu nehmen. Es war viel los, es ist viel los, sie strahlt übers ganze Gesicht, wir treffen uns vor zwei Wochen in Sittersdorf, am Acoustic Lakeside Festival.

UCHE YARA ist, wie wir seit wenigen Wochen wissen und es seit all diesen Tagen laut von den Dächern rufen, die neue Live-Gitarristin bei Bilderbuch. Nach dem Ausstieg von Michael Krammer übernimmt sie die Rolle in einer der besten (Live-)Bands des Landes zu spielen. Wir lassen uns die Bilderbuchgeschichte einfach noch einmal von vorne bis hinten erzählen. Sie ist auch viel zu schön, um sie nicht noch einmal zu hören (im ersten FM4-Interview mit UCHE kamen wir schon einmal darauf zu sprechen).

Es war einmal ein Tabakfabrik-Konzert von Bilderbuch in Linz, es war 2017, ganz genau gesagt und noch genauer von UCHE erinnert: Es war der 26. August. Sie weiß es deshalb so genau, weil sie sich das Ticket daheim im Zimmer aufgehängt hat, „ich bin als eine UCHE reingegangen – und als eine andere wieder raus“. Sie habe nie ganz verstanden, wieso Menschen bei Konzerten wie etwa denen von Justin Bieber heulen, aber jetzt war sie auf einmal selbst dran. Schuld: Bilderbuch.

UCHE YARA hat natürlich viele Bilderbuch-Konzerte besucht, „i hob oft gor ned gwusst, wie ma g’schiacht“, in der ersten Reihe und mit allen Lyrics auf den Lippen. Dann hat sie das Pop-BORG in Linz besucht und dort dann über verschiedene Menschen das Bilderbuch-Umfeld kennengelernt. Kontakte, Vernetzungen, man kommt zusammen und eins führt zum anderen. 2022, da lebt UCHE schon (und nach wie vor) in Berlin, spielt sie Support für Bilderbuch auf deren „Gelb ist das Feld“ Tour. Schön auch: Ihr allererstes Konzert spielt UCHE, noch bevor sie eine einzige Single releast hat, also im Vorfeld von Bilderbuch einfach mal in der Hamburger Elbphilharmonie.

Ebenfalls 2022 spielt UCHE YARA, damals als Ersatz für die verhinderte KÄSSY, als (neben Michael Krammer damals zweite) Live-Gitarristin im Wiener Ernst-Happel-Stadion beim großen Ukraine-Benefiz. Und dann auch gleich noch einmal, am selben Ort, als Bilderbuch Support für The Rolling Stones gespielt haben. „Mir war das Stadion völlig wurscht. Ich hab nur drüber nachgedacht, dass ich die Band immer von vorn gesehen hab’, und jetzt seh’ ich auf einmal ihre Rücken und steh’ hinter Michael Krammer. Es war so ein Wahnsinnstraum für mich“, erzählt UCHE.

Zeitsprung nach vorn, 2026, UCHE ist als Fan schockiert über den Ausstieg von Michael Krammer und muss, nachdem das Telefon mit dem Live-Gitarristinnenangebot geläutet hat, mal ein bisschen nachdenken und sacken lassen. Der Switch von Fan zu Mitglied war gar nicht so einfach. UCHE ist jetzt beides. Vor Kurzem haben Bilderbuch den ersten Gig mit ihr im Wiener Flex gespielt, am 14. August sowie am 11. September gibt’s noch einmal die Möglichkeit, sich das in so kleinem – und sehr, sehr heißen (Achtung, Doppeldeutung) – Rahmen anzuschauen. Kurz vor den jeweiligen Shows kann man sich auf der Bilderbuch-Website wieder für Pay-as-you-wish-Tickets registrieren, am besten einfach all diesen tollen Musikmenschen online für Updates folgen. UCHEs Lieblingsbilderbuchlied? „Sneakers for free“.

What a life! Und es geht ja noch weiter, UCHE YARA ist nicht „nur“ Live-Gitarristin bei Bilderbuch, sie ist eine hervorragende Solokünstlerin. Sie kann so gut wie alles, reden wir jetzt mal von Instrumenten, sie singt, schreibt, schreit, spielt, produziert. Wir reden übers Tanzen, und dass es eben sein kann, dass man Jahre braucht, bis man draufkommt, dass das alles nicht für andere Menschen gedacht und schon gar nicht irgendwie sexy oder schön sein muss. Wenn man diese Gedanken also losgelassen hat, wird’s von ganz allein. Als Tipp für Menschen, die sich noch nicht ganz trauen, sagt UCHE Altbewährtes: Stell’ dir vor, es schaut niemand zu. Die Musik von Little Simz geht gut dazu.

Am 25. September veröffentlicht UCHE YARA ihr erstes Album „Bodyscanner“, die titelgebende Single hat sie genau so als ersten Vorboten platziert, weil sie eine Tür öffnet. Wir lernen auf ihrem Album „eine darkere Seite von mir kennen“, sagt UCHE, aber „weniger in einem negativen Sinn, ich fühle mich einfach voller“. Sie vergleicht ihr Album mit einem Blockbuster, bei dem man 40 Minuten in eine mystische, jedenfalls aber andere Welt gezogen wird, am Schluss dann ausgespuckt mit dem Gedanken: Was war das denn jetzt? Wir freuen uns sehr.