Gemeinsam mit anderen auf der Couch Videospiele zu spielen, hat spätestens während der Pandemie wieder einen Hype erlebt: Familien und WGs fanden in Games kurzweilige Unterhaltung. Der erste Teil von „Heave Ho“ wurde dabei zu einem regelrechten – und verdienten – Koop-Hit. Jetzt ist der zweite Teil erschienen, der noch mehr Chaos und Herausforderungen bietet.
In „Heave Ho 2“ startet man mit einer kleinen bunten Figur, die nach Belieben gestylt werden kann – zum Beispiel mit dem Gesicht anderer Videospielstars wie „Dave the Diver“. Die kleinen Figuren bestehen eigentlich nur aus einem Kopf und zwei Armen – und genau die sind entscheidend: Damit klammert man sich an Wänden, Gegenständen oder anderen Spielfiguren fest, schwingt durch die Gegend und versucht irgendwie, das Ziel zu erreichen. Das klingt einfacher, als es ist, denn hier braucht es Koordination, Teamwork und ein bisschen Verständnis für Physik.
Klettern, Fallen und Furzen
Ohne das Team geht hier gar nichts. Eine Person muss sich festhalten, die nächste weiterreichen, jemand anderer im richtigen Moment loslassen. Wenn der Plan nicht aufgeht, fallen alle ins Verderben und explodieren. Diese Rückschläge passieren selbst bei guter Koordination schnell, sind aber so absurd, dass sie eher für Lacher als für Frust sorgen. Neu ist die Möglichkeit, zu furzen – das kann hilfreich sein, um Gegenstände aus dem Weg zu räumen, und erhöht die Absurdität des Spiels noch einmal.
Während der erste Teil ein klassisches Couch-Koop-Spiel war, gibt es jetzt auch einen Online-Modus. So kann man auch vom eigenen Zuhause aus mit anderen spielen. Das bringt natürlich eine andere Dynamik mit sich, als wenn vier Menschen nebeneinander sitzen, sich gegenseitig anfeuern, lachen und aufschreien, wenn alle herunterpurzeln. Wer es lieber kompetitiv mag, findet im Showdown-Modus eine Alternative: In drei Disziplinen geht es ums Überleben. Am meisten Spaß macht es aber, sich gemeinsam durch die Levels zu kämpfen.
Vom Skilift in die Küche
Die neuen Welten sind liebevoll gestaltet und mit unzähligen Gegenständen, Leitern, Hebeln und Rampen gespickt. Bei jedem neuen Level muss man wieder umdenken. Es erwarten einen herrliche Schneelandschaften, wenn man einen Skilift hinaufklettert und sich dabei von Gondel zu Gondel wirft. Man kann gemeinsam ein Raumschiff durchs All lenken oder in einer Küche herumklettern und nebenbei köstliche Gerichte zaubern – aber Achtung vor dem Mixer!
Was die Qualität von „Heave Ho 2“ ausmacht, ist, dass es gleichzeitig unterhaltsam und überaus zugänglich ist. Das Greifen mit den beiden Armen ist schnell gelernt, und auch Menschen, die nicht viel mit Videospielen anfangen können, finden sich rasch zurecht. Die Entwicklerinnen und Entwickler haben genug verändert, damit das Spiel frisch wirkt, zugleich aber das Grundprinzip des ersten Teils erhalten. Das macht „Heave Ho 2“ zu einem wunderbaren Nachfolger. Wenn die nächste Party ins Haus steht: nicht lange überlegen, die Finger knacksen lassen und auf ins chaotische Kletterabenteuer von „Heave Ho 2“.