Ein perfekter Tag ist einer, wo man nicht auf die Uhr schaut, wo man „ein bisschen in den Tag hinein lebt“, meint Brockhoff im FM4 Interview. Das kann im Leben einer Musikerin ein Sonntag oder ein Dienstag sein. Ein idealer Kreativ-Tag an dem Brockhoff arbeitet, beginnt natürlich mit Kaffee und: vielen Gesprächen bevor man ins Studio geht „und dann einfach loslegt bis spät in die Nacht.“ Vielleicht heißt deswegen ja einer der Songs von Brocki’s Debütalbum „Sunny Day (Deadline)“.

Vor ein paar Wochen war Brockhoff für einen kurzen kreativen Arbeitsurlaub in Wien. Hier begann der Tag im Supermarkt mit einer frisch belegten Semmel mit Gurkerln, etwas was es in den Supermärkten Hamburgs nicht gibt. Letztes Jahr ist Brockhoff am FM4 Geburtstagsfest aufgetreten und hat Anfang Juni endlich ihr Debüt-Album "Easy Peeler" releast. Der Titel bezieht sich auf eine Bezeichnung von Clementinen, die sich besonders leicht schälen lassen. Eine gute Metapher wie Brockhoff findet: „Ich habe oft verflucht, dass ich so eine sehr emotionale Person bin, sehr nah am Wasser gebaut bin, sehr sensibel. Ich dachte irgendwie immer das wäre mir so zum Nachteil, gerade auch in dieser schnelllebigen Branche. Aber dann habe ich im Laufe des Albumprozesses – und dieser Begriff hat mir dazu auch geholfen – irgendwie realisiert, dass es auf jeden Fall so wichtige Charaktereigenschaften sind, ohne die ich gar nicht kreativ sein könnte.“

Brockis Songs erinnern an 90er Jahre Alternative Rock, da wo Verzerrungen zu viel sein könnten, kommt als Ausgleich ihre Stimme und Talent für Melodie zum Vorschein. Laut und leise, hart und weich. Auf „Easy Peeler“ gibt es die perfekte Mischung davon. So ist es auch keine Überraschung, dass Brockhoff bei der Frage nach dem Sound ihrer Kindheit Hannah Montana/Miley Cyrus erwähnt. „Das ist auf jeden Fall the reason, warum ich Musik mache." Nach Hannah Montana und auch Taylor Swift, kam Avril Lavigne. "Complicated“, ein perfekter Song in Brocki’s Playlist. Genauso wie die Lieder von Wolf Alice, einer absoluten Lieblingsband von Brockhoff. „Ellie Rowsell ist wirklich mein größtes Idol. Ich liebe alle Alben. Vor allem das Blue Weekend Album. Da bin ich übelst Fan von!“

Im Gespräch über ihre Lieblingslieder geht es auch um den happy&sad Soundtrack. Gibt es einen Song, der Brocki zum Weinen bringt? „’It’s Okay’ von Land of Talk!“, antwortet Brocki. „Einer meiner absoluten Lieblingssongs, aber der zerstört mich komplett. Als ich den das erste Mal gehört habe, da war ich im Auto alleine und dann bin ich komplett auf diesem Song hängen geblieben, weil der so krass was in mir losgelöst hat, irgendwie Emotionen hervorgerufen hat, zu denen ich vorher nicht so Zugang hatte. Das finde ich so krass, wenn ein Song oder wenn Musik das schafft. Ich habe die ganze Fahrt auch durchgeheult. Aber es tat irgendwie auch gut, also es war so ein bisschen befreiend, trotzdem auch sad.“