NokNok, Nok Nok, Knock Knock: Manchmal klopft das nächste sehr gute Lied einfach an. NokNok ist Hannes Gruber, auch bekannt als Drummer der völlig unterschätzten Modecenter. Denke: britisches Post-Punk-Revival, aber aus Österreich. Wer dort musiziert, verdient einen Vertrauensvorschuss und dann klingt das sogar noch besser als man mit hohen Erwartungen erhoffte. Das Debüt „Fullband Setting Computer“ ist letztes Jahr erschienen, jetzt veröffentlicht NokNok neue Versionen der drei Songs „Rest“, „No Ocean“ und „It’s Happening“ als Teil der, man mag es so nennen, Hang Sessions.
„Live im Hang“, das heißt irgendwo auf einem Hügel spielen, einem Pichl, einem Ran, wenn man es auf Kärntnerisch sagen will, also einem Abhang. Man kann sich den Nebel vorstellen, der da in der Früh und am Abend vorbeizieht, irgendwo ein stillgelegter Schilift, der auf den Winter wartet, eine Hütte mit einem Heisl im Freien. Österreich halt. Und mittendrin sitzt da NokNok, gemeinsam mit den Musikern Leo Haas, Emil Haas und Michael Delueg (von der Band Blasser Kyren) und singt schöne Lieder übers Traurigsein.
„Rest“ ist simpel, erlaubt sich dann doch kleine Sidesteps, ein Pianoklimpern dazwischen. „I need to rest“ heißt es immer wieder und dann braust es plötzlich, dass der Kuckuck aus der alten Uhr an der Zirbenholzwand rauspurzelt. Der Pressetext zieht Vergleiche zu Radio- und Portishead, man selbst sitzt da, hört sich’s an und wundert sich, nach was das noch alles klingt. Nach Archive vielleicht, sogar Bon Iver oder doch UNKLE und dem ganzen Post-Rock-Trip-Hop-Ding der frühen Nullerjahre? Wir werden nach Modecenter auch dank NokNok Richtung britische Insel gebeamt, dorthin, wo Musik immer noch am besten klingt.
„Für Fans von: Alkohol und Zigaretten beim pinkroten Sonnenuntergang am Donauufer, Samstag Abend mal Zuhause bleiben, Frühsommer-Depression“, gibt es als Selbstbeschreibung zu lesen. Das ist natürlich sanft kitschig, aber gehört zur Melancho-Sentimentalität dazu. Keine Songs als Soundtrack zur Hitzewelle, dann schon eher für den Herbst und wochenlangen Regen. Man muss der Typ dafür sein, und wenn man es ist, dann hat man hier eine neue Lieblingsband gefunden.