Von Nashville nach Wien, manchmal klingt’s so unkompliziert und ist so schön. Gabrielle Walters, die hat das so gemacht, sie hat dann hier, gemeinsam mit Tobias Haller (wir kannten ihn und seine Gitarrenliebhaberei schon früher von Bandprojekten wie Aux Portes) eine Band gegründet, sie heißt Coucou Babe. Hieß, besser gesagt, es steht jetzt auch in der Instagram-Bio ein bisschen traurig: „Coucou Babe was a Dream Pop band from 2022 – 2025.“
Wir sind nicht lange traurig, weil grade reden wir noch über den Coucou Babe-Popfest-Auftritt letztes Jahr, also 2025, da hören wir schon, am heurigen Popfest, den neuesten und diesmal Solo-Banger von Gabrielle Walters. Wir hören ihn nur teamintern auf einem beliebigen Gerät, während wir am Popfest herumwuseln und arbeiten. Jetzt ist das Lied bei uns im Radio daheim, genauso wie in den FM4-Charts. Dreampop ist das keiner mehr, und wenn, dann ganz scharf über die Kante ins Elektronische gespielt. Googelt man Gabrielles neuen Artist-Namen Gabba Fendi bekommt man außerdem sehr viele sehr schöne Taschen zu sehen. Baguette forever! Super!
Jetzt ist’s schon einige Tage her, aber es ist ja beim Popfest meistens so, dass man noch ein bisschen länger drüber nachdenken muss. Was jedenfalls in unseren Gedanken hängen geblieben ist: Musik- und wahrscheinlich so eh auch BFF von Beaks, nämlich Kid On Air (Beaks hat sogar am Freitag ein neues Lied rausgebracht, mit dem sie sich bei genau diesen, ihren Freund:innen bedankt). Hört euch mal diese Coolness an:
Wir bleiben in der Sommerhitze auch gleich noch mal ein bisschen bei den homegrown Newcomern, die eine Erwähnung und Playlistspeicherung höchst wert wären: Jaden Sade heißt einer davon, der hat 2024 sein erstes Album veröffentlicht und vergangenen Freitag dann sein sagenhaftes fünftes (!), es heißt „Stardust Through Decades“. Das allerschönste Lied dieser und wohl auch der vergangenen Wochen heißt „Everybody Knows“, es ist unser aktueller Song zum Sonntag, und genau daher stehlen wir auch ein paar Worte zur Beschreibung:
„Stardust Through Decades“ also: ein Album, das in sich geschlossen ist wie ein Kreis, in dem jedes Lied ein jeweils anderes am Album referenziert, bevor im closing Song dann alle noch einmal erwähnt werden. Ein Album also, das noch als Album gedacht ist, als kleine Geheimwelt, als Kaninchenbau, um die Alice-in-Wonderland-Metaphern endlich auch mal wieder zu überstrapazieren – jedenfalls nicht als Streamingdienst-Futter. Ein Album übers Älter- aber damit nicht unbedingt Gescheiter- oder Glücklicher-Werden, ein Album über das Leben hier und jetzt und lange darüber hinaus. Sterne sind ja bekanntlich ziemlich alte Dinger, gute Lieder wie diese hier auch.
Und ein Newby geht noch! Falls ihr euch schon weiter oben, bei Gabba Fendi, gedacht habt: Eh so viel hyper und Party rund um mich herum, ich hab sie eigentlich ganz gern, die soften, dreamy Lieder: Folgt doch einer neuen Gruppe namens Ay Baba. Viel gibt’s noch gar nicht zu erzählen, das ist alles ganz frisch, die Mitglieder treiben sich zwischen der Akademie der Bildenden Künste und der Angewandten herum und schreiben in den Pausen Lieder auf Englisch und Türkisch. Auch: super!
Von den neuen zu den eh auch noch immer neuen (er ist 27!), aber halt zu denen, die schon die großen Bühnen bespielen: Das neue Album von BIBIZA ist da, es heißt „Rocknrollstar“ und hält ganz genau das, was der Titel sagt – auch, wenn’s, wie FM4s Christoph Sepin eh schon festgehalten hat – nicht sein allerbestes Album geworden ist. Unser Lieblingssatz drauf lautet jedenfalls: „Franz, das war eine Schnapsidee!“ Und wir freuen uns sehr auf den Live-Siegeszug, der ihn ziemlich sicher bald in eine ausverkaufte Wiener Stadthalle führen wird.
Zur „Austropop“-Debatte an dieser Stelle (was am vergangenen Dienstag passiert ist, fühlt sich ja in Schnelllebigkeitszeiten sowieso an wie Mittelalter-Throwbacks): Es wird hier jetzt nicht auch noch ein Absatz stehen wie der von vielen, die niemand nach ihrer Meinung gefragt hat. Wer sich jetzt denkt „Hä“? Einfach mal die Worte „Rahel“ und „Austropop“ oder gleich „Hirsch/Danzer“ googeln. Viel Spaß im Internet!
Auch noch gut und gut zu wissen
- Die Band mit den meisten Heiratsanträgen on stage hat ihr erstes Album rausgebracht! Cordoba78 mit "Afterhour Kaltenbrunnen".
- Manchmal kann mans schon auch noch einfach so sagen, wie’s ist: Ruhmer mit "Me and my PTSD".
- Einmal "Vegas Baby" mit lilaaa und irgendwo Lana Del Rey klatschen hören.
- Leftovers haben ein neues Lied, es heißt „Erwachsen“, sie haben sich fürs Video einen sehr schönen Spot ausgesucht: Das Wiener Konzerthaus.
- Wir wissen jetzt also auch, was BIBIZA mit Band hört, kurz, bevor auf der Bühne der Vorhang fällt: „Donauinsel“ von AARØN und windisch (der ja auch bei Bibi Gitarre spielt).
- „Gemacht bist du nicht für mich": Ulla Suspekt mit "Bis es brennt“.