Nach manchen Musikwochenenden braucht man dann schon zwei Tage+ zum wieder Auskurieren. Hände hoch, wer sich nicht nur das Popfest in Wien, sondern vielleicht zusätzlich dazu auch noch Bibiza live in der Wiener Metastadt reingezogen hat!
Das war die 17. Popfest-Edition, wir haben auf unseren Socials und hier, hier, hier und hier alles genauestens für euch zusammengefasst. Jetzt picken wir da und denken nach über vier Tage Livemusik aus Österreich, wir denken drüber nach, was wir alles neu gefunden oder neu wieder kennengelernt haben. Ein neuer Mensch heißt Joshua Pepe, er und seine Pelzjacke schleichen eh schon seit guten vier Monaten durch unser aller Feeds. „Engelsblick“ heißt dann der Ohrwurm, den tatsächlich niemand mehr los wird.
Auch Bibiza, wir kommen später auf ihn zurück, weiß: Du kannst eh Rockstar sein, du musst vor allem aber auch gut mit Social Media bzw. dein eigener Content-Creator werden. Wer nicht nervt, hat’s nicht geschafft; und wer auf gute Weise auf die Nerven geht, der bleibt eben in diversen Playlists hängen und wird weiterempfohlen. Von ungefähr zwanzig Videos pro Tag erzählt Joshua Pepe, die er jeden Tag um den ersten Release herum gedreht und geschnitten hat. Er entschuldigt sich höflich, wir nicken ab. Es passt schon so, wie soll’s heute anders gehen.
Hoffentlich haben ihn seine neu gekauften DocMartens nicht die allergrößte Blasen der Welt gedrückt, das aus Paris eingeflogene Denim-Outfit jedenfalls hat super gesessen. Schmuselieder und Loopstationen dann auf der Bühne bei Joshua Pepe. Die Frage ist immer die, wer die größte Bühne bekommt und bei wem es noch ein bissi zu früh ist; üben darf man ja vor allem aber auch dann, wenn der Eintritt for free ist und sich somit absolut niemand beschweren sollte.
Bibiza also! Er hat am Freitagabend, dem Popfestabend Nummer zwei, zwar nicht ebenda auf der Seebühne, aber ein paar Kilometer weiter auf der Bühne der Metastadt Wien gespielt. Sowieso eine total underrated Wiener Konzertlocation, das ist ja fast wie ein UK mit all den roten Ziegeln und den vereinzelten Bäumen und den aufgeschotterten Wegen. Wir beobachten ewig lange Schlagen vor den WCs und vorm Merch, naja, immerhin ist das Ding am Freitag mit 8000 Menschen sehr gut ausverkauft.
Wir hören und sehen genau das, was Bibiza uns angekündigt hat: eine Rock’n’Roll-Show. Damit das alles aber nicht zu lack-ledrig und damit bissi altvatrisch wird, streut Bibiza im Set noch bissl später das Ntzn-Nztn dazu, wir hören sehr gute Lieder wie „Blau“ oder „Waschmaschine“, da steht dann auf einmal auch die ganze, weißbekleidete Crew auf der Bühne und schwenkt die Handtücher. Wer weit hinten steht und die Brille nicht mit hat, hat’s vielleicht nicht gleich erkannt, danach konnten wir’s zumindest via Fotos verifizierten: den Backgroundgesang (und das sehr gute Mittanzen) haben am Metastadt-Abend NNOA und Bamlak Werner übernommen. Gutes Team.
Gerüchten zufolge war Franz Bibiza so gut drauf und gehyped, dass er eh gar keinen Schlaf gebraucht hat. Pünktlich zum Popfest-Soundcheck von Shake Stew am Samstag um Mittag herum steht er dann plötzlich doch neben der Seebühne und schaut sich an, was da so passiert. Shake Stew by the way: Die wohl berühmteste Band, die am heurigen Popfest aufgetreten ist, tut euch mal den Gefallen und googelt den Namen Lukas Kranzlbinder. Da stehen dann schöne, große Worte wie „Elbphilharmonie“ oder „Montreux Jazz Festival“, und man darf ganz glücklich sein, das am Samstagabend als Abschlusskonzert gesehen zu haben.
Und wenn ihr euch diese Woche nur ein Musikvideo anschauen wollt, dann bitte diese Live-Session zum neuen Song von UCHE YARA, das ist „hello hello“:
Auch noch gut und gut zu wissen
- Sofie Royer führt aktuell sowieso das steilste Leben. Krankheitsbedingt konnte sie nicht immer am von ihr und Wolfgang Lehmann kuratierten Popfest-Wochenende dabei sein; Dreh-Duties hatte sie noch oben drauf und einen neuen Single-Release sowieso.
- Gefühle suchen sich halt nicht wirklich aus, was das Gscheiteste wär: "Blinded" von Lahra.
- Ganz schlicht und einfach ein SPITZENLIED: Jaden Sade mit "Everybody Knows".
- Na da kommt ein Album des Herbsts auf uns zu! Jetzt schon mal reinhören bei Endless Wellness und "So allein sollen wir nie wieder sein".
- Auch Shmiffy ist gut im Multitasking. Am Freitag war sie als Teil von RAHELs Liveband auf der Seebühne am Popfest zu sehen, gleichzeitig hat sie ihre eigene, neue Single released.
- Diese Kolumne ist eh voller Gleichzeitigkeiten und Popfest-Anekdoten heute, was denn auch sonst. Ebenfalls hineingestolpert zu späterer Stunde sind wir am Karlsplatz in GroßKind, die haben am ersten Popfestabend nur ein paar Gehminuten entfernt im legendären Beisl Schmauswaberl Video- und Singlerelease gefeiert. "Mitternacht" heißt das neue Lied.