Wien steckt einen fast dreistelligen Millionenbetrag in Kälte, die aus dem Fernheizwerk kommt, in dem über den Umweg Wärme Kälte erzeugt wird. Mehr als 200 Gebäude sind dort laut Wien Energie über ein 30 Kilometer reichendes Netz angeschlossen. In Klagenfurt spricht man bei den Stadtwerken auf ORF-Anfrage von einem langfristigen Infrastrukturprojekt.

Komplizierter als gedacht

Anders als bereits vor vier Jahren angekündigt, ist alles komplizierter als damals dargestellt. So kann man als Leitung für das gekühlte Wasser nicht die Fernwärmeleitungen hernehmen. Diese hätten einen zu geringen Durchmesser, so Ute Zaworka von der Stadtwerke-Kommunikation. Aufgraben und neue Leitungen legen sei teuer, es bräuchte einen sogenannten „Ankerkunden“, also einen Großabnehmer, wie ein Einkaufszentrum als Startprojekt, das nicht zu weit entfernt vom Fernheizwerk gelegen sein dürfte.

Ausbau Schritt für Schritt

Ein weiterer Ausbau könne dann Schritt für Schritt erfolgen, so Zaworka. Immer an Großabnehmern orientiert. Das zweite Problem: Fernkälte ist, anders als Fernwärme, nicht mit herkömmlichen Fußbodenheizungen oder alten Heizkörpern kompatibel. Außerdem sei eine Übernahmestelle für die Fernkälte im Haus nötig. Auch bei derzeit gebauten Mehrparteienhäusern in der Stadt ist das nicht vorgesehen. Die Stadtwerke rechnen mit mindestens zwei bis drei Jahren bis zum ersten versorgten Gebäude, für Einfamilienhäuser wird diese klimaschonende Form der Kühlung in heißen Sommern wohl ein Wunschtraum bleiben.