Regelmäßig kommt Gerald Wigoutschnig zur Kontrolle in die Leberambulanz des Klinikums Klagenfurt. Der Diplomkrankenpfleger steckte sich vor 35 Jahren während seiner Arbeit mit Hepatitis C an. Beim Blutabnehmen bei einer Patienten habe er sich gestochen, so Wigoutschnig. Damals sei festgestellt worden, dass die Patientin an einer sogenannten Non-A-Non-B-Hepatitis litt. „Das ist heute die Hepatitis C“, sagte Wigoutschnig.
Hepatitis Tag
Zum Welt-Hepatitis-Tag weisen Experten auf die Folgen chronischer Hepatitis-Erkrankungen hin. Im Klinikum Klagenfurt wurden in den vergangenen Jahren hunderte Patientinnen und Patienten mit Hepatitis B und C behandelt. Beide Formen gelten heute als gut behandelbar.
In der Leberambulanz des Klinikums Klagenfurt wurden in den vergangenen Jahren 323 Patientinnen und Patienten mit Hepatitis B behandelt. Dazu kamen 612 Erkrankte mit Hepatitis C. Beide Varianten zählen zu den häufigsten Formen der virusbedingten Leberentzündungen und gelten als führende Ursache für Leberkrebs.
Neue Medikamente brachten Durchbruch
Frühere Therapien hätten bei Wigoutschnig keinen Erfolg gebracht. Erst vor rund zwölf Jahren kamen neue Medikamente auf den Markt. Diese hätten die Behandlungsmöglichkeiten deutlich verbessert. „Hepatitis C können wir seit mehr als zehn Jahren, so seit 2014, sehr gut behandeln“, sagte Simona Bota, Oberärztin der Leberambulanz. Die Therapie dauere je nach Präparat zwei bis drei Monate. Dabei müssten täglich eine bis drei Tabletten eingenommen werden. Laut Bota liegen die Heilungschancen bei mehr als 99 Prozent.
Auch Wigoutschnig erhielt diese Behandlung und gilt seither als virenfrei. Dennoch brauchte er vor fünf Jahren eine Lebertransplantation. An den Anruf des Krankenhauses erinnert er sich noch genau: „Ich kann mich an diesen Samstag noch gut erinnern, wo ich den Anruf gekriegt habe, das war um 19.00 Uhr in etwa: Herr Wigoutschnig, wir hätten was für Sie, haben Sie Corona, haben Sie eine Infektion, haben Sie sonst irgendetwas? Nein, nein, nein! die Rettung kommt in 15 Minuten", so Wigoutschnig.
Früherkennung soll Schäden verhindern
Eine frühzeitige Diagnose sei entscheidend, um schwere Folgeschäden zu verhindern. Wird Hepatitis rechtzeitig erkannt, könnten Erkrankungen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs reduziert werden. Für Hepatitis B könne das Virus mit den derzeit verfügbaren Therapien zwar nicht vollständig beseitigt werden, erklärte Bota. Die Behandlung könne jedoch die Viruslast deutlich senken und damit das Risiko schwerer Leberschäden sowie von Leberzirrhose und Leberkrebs verringern.
Gegen Hepatitis A und Hepatitis B gibt es Impfstoffe. Die Durchimpfungsrate ist allerdings, vor allem bei älteren Menschen, gering.
Leber-Gesundheit: Gespräch mit Markus Peck
Impfungen beugen vor
Internist Markus Peck war zu diesem Thema live im „Kärnten heute“-Studio zu Gast. Er sagte, die Impfung gegen Hepatitis B und A sei ein probates Mittel. Hepatitis A sei eine akute Entzündung, zum Beispiel durch verschmutztes Wasser und eine klassische Urlaubserkrankung. Hepatitis B könne chronisch werden, daher sei die Impfung wichtig. Gegen C gebe es keine Impfung, aber sehr gute Therapien, die heilen können. Das Problem sei, dass man die Patienten erst finden müsse, denn viele wissen es gar nichts von ihrer Infektion. Die Übertragung erfolge hier vor allem über Blut und Blutprodukte. Früher sei es häufig bei Bluttransfusionen zu einer Infektion gekommen, so Peck. Hepatitis B könne bei einer Geburt von der Mutter auf das Kind erfolgen, das komme aber durch die Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen kaum mehr vor. Auch bei Sexualkontakt könne man sich anstecken.
Lebererkrankungen durch Alkohol und Fettleber
Es gebe aber auch noch andere Lebererkrankungen, die Sorge bereiten: „Die in Österreich häufigste ist die alkoholinduzierte Lebererkrankung und auch die durch eine Fettleber hervorgerufenen Erkrankungen.“ Sie könne durch Stoffwechselstörungen, Übergewicht bzw. Diabetes ausgelöst werden.
Peck sagte, wichtig seien die Gesundenuntersuchungen. Festgestellte erhöhte Leberwerte sollte man nicht ignorieren, sondern dem nachgehen, so der Internist.