Der Villacher Kirchtag lockt jedes Jahr fast eine halbe Million Menschen an. Bei Großveranstaltungen, wo auch viel Alkohol fließe, bestehe jedoch auch die Gefahr sexualisierter Übergriffe. Deshalb gibt es seit mehreren Jahren eine Anlaufstelle für Betroffene sexueller Belästigung. Untergebracht ist sie in der Khevenhüllerschule im Zentrum der Veranstaltung.
Dort sollen Betroffene in geschützten und abgeschlossenen Räumen Unterstützung erhalten. Alisa Herzog, Frauenbeauftragte der Stadt Villach, erklärte, die Einrichtung richte sich an Personen, „die am Kirchtag unangenehm angesprochen oder berührt werden. Eine Anlaufstelle, wo sie über das Erlebte sprechen können.“
Vertrauliche Beratung
Die Gespräche mit Expertinnen verschiedener Frauenorganisationen werden laut den Verantwortlichen vertraulich und anonym geführt. Ziel sei es vor allem, Betroffene zu sensibilisieren, zu beraten und ihnen Orientierung zu geben.
„Für Frauen vor allem ist es oft nicht so einfach einzuordnen, was ist jetzt passiert, wie kann ich jetzt damit umgehen und da stehen die Beraterinnen mit ihrer Expertise zur Verfügung“, sagte Herzog.
Unterstützung bei Anzeigen
Die Anlaufstelle soll vor allem präventiv wirken und bei Bedarf auch schnelle Hilfe ermöglichen. Wenn notwendig, werden Betroffene auch bei weiteren Schritten unterstützt.
Kommt es zu körperlichen Übergriffen, unterstützen die Beraterinnen laut Herzog auch bei einer möglichen Anzeige bei der Polizei. „Wenn aber wirklich ein körperlicher Übergriff passiert ist und die betroffenen Personen das auch wollen, dann unterstützen die Beraterinnen auch bei der Anzeige." Die Anlaufstelle ist bis Samstagnacht geöffnet.