Insgesamt regnete es im heurigen Jahr um fast ein Fünftel weniger als durchschnittlich in den vergangenen Jahrzehnten. Das wirkt sich auf die Wasserstände der Seen aus. Die MS Ossiach fährt jeden Tag ihre Route auf dem Ossiacher See. Noch kann sie problemlos an allen Stegen anlegen. Der Wasserstand des Ossiacher Sees liegt aber derzeit bei rund 94 Zentimetern, üblicherweise sind es fast 20 Zentimeter mehr.
Schifffahrt bereitet sich auf Niedrigwasser vor
Der Wasserstand der meisten Kärntner Seen liegt unter dem langjährigen Durchschnitt. Das kann zu Problemen für Pflanzen und Tiere führen. Auch Schifffahrt-Unternehmen schauen besorgt in die Zukunft. Obwohl derzeit nicht überall akuter Handlungsbedarf besteht, überlegt man sich schon mögliche Maßnahmen, sollten die Pegelstände weiter sinken.
Ausgleichsmaßnahmen beim An- und Ablegen
An den Anlegestellen entsteht dadurch eine hohe Stufe. Der Schifffahrt-Betreiber begann bereits damit, das Niveau auszugleichen. Kapitän Daniel Ronacher sagte, unterschiedliche Anlegestellen haben unterschiedliche Bauhöhen, da müsse man Maßnahmen setzen, um gefahrloses Ein- und Aussteigen zu gewährleisten. „Was wir schon adaptiert haben, sind diverse Bug-Anlegestellen rund um den See. Das heißt, wir fahren mit dem Bug vom Schiff direkt an die Anlegestelle ran. Die Gangway vorne ist extrem mobil und gleicht im Prinzip den Höhenunterschied aus.“
Rampen für Rollstuhlfahrer zu steil
Bei seitlichen Anlegestellen hingegen sind die Rampen für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer zu steil. Es gibt deshalb die Idee, schwimmende Stege zu installieren, die sich an den Wasserstand anpassen können. Der Umbau wäre aber ein gewisser Eingriff in die Natur, weshalb es große bürokratische Hürden gebe, sagte Ronacher.
Auch auf dem Weißensee wird der Wasserstand von der Schifffahrt genau beobachtet. Schifffahrt-Betreiber Hans Winkler denkt jetzt schon darüber nach, was zu tun sei, wenn der Pegel weiter sinke: „Dann müssen wir kreativ werden und mit unseren Firmen vor Ort Vorrichtungen an den Stegen montieren, damit die Leute sicher ein- und aussteigen können.“
Pegel steigen schneller, als sie sinken
Noch ist etwas Zeit, denn es dauert deutlich länger, dass ein Seepegel sinkt, als dass er steigt. Der Ossiacher See habe 10,7 Quadratkilometer Fläche, sagte Helmut Malle vom hydrografischen Dienst des Landes Kärnten. Damit der See um zehn Zentimeter steige, brauche man rund 100 Millimeter Niederschlag. „Das ist bei einem Hochwasser binnen zwölf und 18 Stunden möglich. Das ist dann natürlich schon ein massives Niederschlagsereignis“, so Malle. „Damit sich der Seewasserstand um zehn Zentimeter senkt, dauert es so ungefähr einen Monat durch die Verdunstung.“