Rund 900 Einrichtungen – darunter Pflegeheime, Krankenhäuser, Rettungsdienste und Kinderbetreuungseinrichtungen seien bereits über empfohlene Sofortmaßnahmen informiert worden, so das Land Kärnten in einer Aussendung am Mittwoch. Im Fokus stehen vor allem ältere Menschen, Kinder und chronisch kranke Personen, die durch extreme Hitze besonders belastet seien, weil die Thermoregulierung noch nicht oder nicht mehr funktioniere. Tropennächte mit über 20 Grad erschweren die nächtliche Erholung zusätzlich.

Im Pflegeheim Generationenpark Klagenfurt-Weidmannsdorf etwa gibt es keine Klimaanlagen in den Zimmern. Die Pflegerinnen versuchen mit anderen Maßnahmen dagegen zu wirken, so Pflegedienstleiterin Emina Redzic: „Bei uns im Haus haben wir die Belüftung. Die Luft wird automatisch gereinigt und es kommt frische Luft wieder zurück ins Haus. Wir haben Ventilatoren. Dann haben wir auch Aktivitäten mit Wasserspritzen, dann bespritzen sie sich mit Wasser. Manchmal bereiten sie sich ein Fußbad, damit die Beine ein bisschen kühler werden.“

Land warnt vor neuerlicher Hitzewelle

Angesichts der neuerlichen Hitzewelle, die bis Mitte nächster Woche dauern soll, hat das Land Kärnten wieder den Hitzeschutzplan aktiviert. Es ergeht eine Warnung an die kritische Infrastruktur.

Außerdem bekommen die Bewohnerinnen und Bewohner Eis zum Kaffee und auch Wassermelonen, so Bewohnerin Margit Rechberger: „Ich habe einen elektrischen Rollstuhl, mit dem fahre ich schon um halb zehn hinaus, weil es da noch kühler ist. Und da fahre ich eine Stunde ein bisschen herum und dann bleibe ich den ganzen Tag im Zimmer und dann ist das sehr angenehm.“

Es wird bis zu 36 Grad heiß

Die GeoSphere Austria beschreibt warme Luftmassen aus Südwesten ab Mittwoch – demnach erhöhte Wärmebelastung bei maximal um 33 Grad. Danach steigere sich die Hitzebelastung noch, am Donnerstag ist mit bis zu 35 Grad zu rechnen, am Freitag sogar mit bis zu 36 oder 37 Grad. Damit werden auch die Nächte wärmer.

Am Wochenende hält die Hitze an und es ist mit lokalen Wärmegewittern zu rechnen, die nur kurze Abkühlung bringen. Die Hitzewelle dürfte bis Donnerstag, 6. August, anhalten.

„Hitze wird oft unterschätzt“

Gesundheitslandesrätin Beate Prettner (SPÖ) betonte, dass Hitzebelastung sehr häufig unterschätzt werde und schon einzelne heiße Tage das Gesundheitsrisiko deutlich erhöhen können. Der überarbeitete Kärntner Hitzeschutzplan enthält u. a. spezielle Merkblätter für unterschiedliche Zielgruppen, etwa für Säuglinge, pflegende Angehörige, Haustierhalter und medizinisches Personal – mit konkreten Tipps und Handlungsempfehlungen.

Tipps für heiße Tage

Ausreichend trinken, am besten Wasser oder ungesüßten Tee, auch ohne Durstgefühl, körperliche Anstrengung möglichst vermeiden. Die höchsten Temperaturen werden zwischen 17.00 und 18.00 Uhr gemessen, daran sollte man Sport oder Freizeitaktivitäten anpassen und ganz in der Früh oder am Abend Sport treiben. Zu Mittag scheint die Sonne zwar am stärksten, die Wärme wird aber noch gespeichert. Am späten Nachmittag wird dann die meiste Hitze abgegeben.

So weit wie möglich sollte man in der Früh und abends ausreichend lüften und die Wohnungen abdunkeln. Zwischendurch ein Fenster an einer schattigen Seite zum Stoßlüften öffnen, damit der CO2-Gehalt in der Wohnung sinkt.

Manchmal wird geraten, feuchte Tücher in die Wohnung zu hängen. Hier sollte man aber beachten, dass feuchte Wärme für den Kreislauf viel belastender ist als trockene Hitze. Wird die Luft in einem geschlossenen Raum zu feucht, kann man kaum mehr schwitzen, dann schadet dieser Trick mehr, als er nützt. Ein Ventilator ist allerdings nützlich, wenn man kein Klimagerät hat, er sorgt für Luftbewegung.