285 Zivildiener sind aktuell in Kärnten im Einsatz. Die meisten jungen Männer sind im Rettungswesen beschäftigt, gefolgt von der Sozial- und Behindertenhilfe und den Krankenanstalten. Seit Jahresbeginn wurden 176 neue Zivildiener Kärntner Einrichtungen zugewiesen. Das sind zwar um sieben Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, der Bedarf kann dennoch nur zu 66 Prozent erfüllt werden. Kärnten hat damit die niedrigste Quote im Bundesländervergleich.

Kärnten als Schlusslicht

Neben dem Burgenland, Salzburg und Tirol gibt es in unserem Bundesland auch die wenigsten Zivildiensterklärungen. Die höchste Bedarfsdeckung gibt es wie schon in den letzten Jahren in den bevölkerungsstarken Bundesländern Wien, Niederösterreich und Oberösterreich mit 90 Prozent.

Damit nimmt die Debatte rund um die Wehrdienstreform wieder Fahrt auf. Die zuständige Bundesministerin Claudia Bauer (ÖVP) sprach sich angesichts der aktuellen Zahlen erneut für eine Verlängerung des Zivildienstes aus. Nicht, um mehr junge Männer zum Grundwehrdienst zu bekommen, wie Bauer sagte, sondern weil das Gesundheits- und Sozialsystem die Zivildiener länger brauche und diese nicht mehr werden. Sollten die helfenden Hände in der Pflege, Behindertenbetreuung, im Kindergarten und im Rettungsdienst ausgehen, gäbe es ein riesiges gesellschaftliches Problem, hieß es aus dem Bundeskanzleramt.

Freiwillige Zusatzmonate

Entscheidend bleibt, wie viele Wehrpflichtige den Zivildienst wählen und ob die freiwilligen zwei Zusatzmonate tatsächlich angenommen werden. Ab 2028 soll die Entwicklung überprüft werden, dann könnte eine verpflichtende Ausweitung wieder auf die Tagesordnung kommen.