Der Medianpreis für einen Liter Diesel betrug laut VCÖ auf Basis der Daten der E-Control im Juli in Kärnten 1,89 Euro, der für Eurosuper war mit rund 1,79 Euro um zehn Cent niedriger. Der Dieselpreis sei damit im Juli aufgrund der neuerlichen Eskalation im Irankrieg um elf Cent höher als im Juni gewesen, aber niedriger als in den Monaten Mai, April und März. Für einen Liter Eurosuper war im Juli im Schnitt um neun Cent mehr zu zahlen als im Juni.

Der VCÖ kritisierte am Freitag fehlende Maßnahmen zur Reduktion des Spritverbrauchs und der Erdölabhängigkeit des Verkehrs. „Viel wirksamer als die Spritpreisbremse wäre eine Spritverbrauchsbremse. Aber nach wie vor fehlt ein gezieltes Maßnahmenpaket, das den Treibstoffverbrauch und die Erdölabhängigkeit des Verkehrs reduziert. Das kommt der Bevölkerung, der Wirtschaft und der Umwelt teuer“, so VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Haushalte müssen mehr ausgeben

Der Durchschnittsverbrauch der Pkws der Kärntner Haushalte lag bei der letzten Erhebung der Statistik Austria im Zeitraum 2023/2024 pro 100 Kilometer bei 6,7 Litern Benzin und 6,4 Litern Diesel. Bei aktuellen Spritpreisen betragen die Spritkosten pro Kilometer bei Benzin-Pkw im Schnitt 12,6 Cent und bei Diesel-Pkw 13,2 Cent.

Bei einer Reduktion des Durchschnittsverbrauchs auf fünf Liter pro 100 Kilometer sinken die Kilometerkosten bei Benzin-Pkw auf 9,4 Cent und bei Diesel-Pkw auf 10,3 Cent. „Pro 100 Kilometer bringt diese Verbrauchsreduktion eine Ersparnis von rund drei Euro und damit ein Vielfaches der Spritpreisbremse“, sagte Schwendinger. Das Drei-Liter-Auto, das Hersteller bereits in den 1990er Jahren versprochen haben, würde die Spritkosten halbieren.

Maßnahmen inklusive Temporeduktion

Der VCÖ fordert daher ein Maßnahmenpaket, das den Spritverbrauch des Verkehrs reduziert. Darunter verstärkte Anreize zum Umstieg auf den Öffentlichen Verkehr, Bildung von Fahrgemeinschaften, Ausbau der Radinfrastruktur für mehr Verkehrsberuhigung in Städten und Gemeinden und eine Absenkung des erlaubten Tempos. 120 statt 130 auf Autobahnen und Tempolimit 80 statt 100 auf Freilandstraßen reduzieren laut Umweltbundesamt gemeinsam den jährlichen Spritverbrauch in Österreich um 120 Millionen Liter und damit die Spritkosten bei aktuellen Preisen um rund 230 Millionen Euro pro Jahr.

Außerdem solle die Elektrifizierung der Fahrzeugflotten rascher vorangetrieben werden, so der VCÖ. Österreich hinke hier Europas Spitze weit hinterher. Während in Dänemark im ersten Halbjahr bereits rund 80 Prozent der Neuwagen Elektroautos waren und in Norwegen sogar fast 98 Prozent, waren es in Österreich nur 24 Prozent.

Mineralölsteuer wird gesenkt

Bis Ende August wird die Mineralölsteuer um 1,9 Cent pro Liter gesenkt. Das sei zu wenig, sagte der Autofahrerclub ARBÖ. Das sei keine spürbare Entlastung für Pendler und Familien, die auf das Auto angewiesen seien. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern würden sich die Autofahrer durch die Senkung der Minerölsteuer nicht einemal einen Euro ersparen, so der ARBÖ.

Team Kärnten: Autofahrer entlasten

Als „nahezu wirkungslose Beruhigungspille und PR-Manöver“ bezeichnet Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer in einer Aussendung die Neugestaltung bzw. Verlängerung der Spritpreisbremse. Die Autofahrer bleiben die Melkkuh der Nation und werden über Gebühr belastet.“ Köfer fordert aufgrund der weiter steigenden Spritpreise wirkungsvollere Entlastungsmaßnahmen der Autofahrer und das vor allem für jene, die aus beruflichen und geografischen Gründen auf ihr Auto angewiesen seien. So könnte man die CO2-Bepreisung fallen lassen, so Köfer.