Auch wenn von außen die Fahrzeuge gleich aussehen gibt es im Innenraum Unterschiede. Bereits seit einigen Jahren setzt das Tiroler Rote Kreuz Tablets ein, um Patientendaten wie etwa Name und Sozialversicherungsnummer digital zu erfassen. In Kärnten werden in den meisten Fällen noch Papier und Kugelschreiber dafür verwendet.

Durch das Tablet werde die Datenerfassung schneller und Übergaben seien weniger fehleranfällig, Herbert Girstmair, dem Leiter des Rettungsdienstes des Roten Kreuz Osttirol. Der Laptop im Rettungsauto habe auch den Vorteil, dass sämtliche Daten digital erhoben und in digitaler Form an die Leitstelle Tirol übertragen werden: „In weiterer Folge würde auch die Möglichkeit bestehen, diese Daten den medizinischen Einrichtungen zur Verfügung zu stellen.“

Tablets bis Jahresende auch in ganz Kärnten

Das Rote Kreuz in Kärnten möchte nachziehen. Im Bezirk Feldkirchen sind die Tablets bereits im Einsatz, es gibt auch ein handschriftliches Backup. In den anderen Bezirken sind zumindest die Halterungen für das Tablet schon eingebaut. Bis Ende des Jahres sollen die Geräte folgen, sagt Klaus Pabautz, der Geschäftsleiter des Roten Kreuz Kärnten: „Wir sind relativ am Ende des Reigens der Bundesländer. Das heißt, wir haben uns für ein Produkt entschieden, nachdem wir uns informiert haben, wie es in den anderen Bundesländern ausschaut.“ Das Projekt wird aus eigenen Mitteln finanziert, Unterstützung gibt es vom Land Kärnten.

Rettungswesen: Kärnten muss bei Digitalisierung aufholen

Das Rettungswesen ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Es gelten die jeweiligen Landesgesetze und da kann es deutliche Abweichungen geben. Beispielsweise, was die Ausstattung der Rettungsfahrzeuge betrifft. Der Vergleich mit Osttirol zeigt, dass Kärnten im Bereich der Digitalisierung noch einiges aufzuholen hat.

NKV zur Unterstützung in Tirol Pflicht

Nicht nur die Ausrüstung in den Fahrzeugen des Roten Kreuzes ist je nach Bundesland verschieden, auch die Zusammensetzung des Teams unterscheidet sich. Ein Beispiel dafür sind speziell ausgebildete Notfallsanitäter, die einen Venenzugang legen und Medikamente verabreichen dürfen. Sie werden kurz NKV genannt. In Tirol ist der NKV in allen Notfallrettungswegen dabei. Das ist im Gegensatz zu Kärnten gesetzlich vorgeschrieben. Ein Notarzt ist in vielen Fällen dann nicht notwendig, so Johannes Pfeifenberger, Ausbildungsleiter beim Roten Kreuz Kärnten: „Notfallsanitäterinnen mit der Notfallkompetenz venöser Zugang stellen in Österreich einen der höchsten Ausbildungsstände dar. Diese genießen eine relativ lange Ausbildung und schaffen es somit auch, Patientinnen noch genauer zu beurteilen und in weiterer Folge auch mit dem Legen eines Venenwegs und mit dem Verabreichen von Medikamenten Patienten noch mehr zu helfen.“

In Kärnten sind 1.600 Rettungssanitäter des Roten Kreuzes im Einsatz, 203 davon haben die Spezialausbildung zum Notfallsanitäter mit mehr Kompetenzen. Geht der Plan der Einsatzorganisation auf, werden es demnächst mehr sein.