Kirchtagsobfrau Gerda Sandriesser zog eine positive Bilanz über einen „wunderbaren und fulminanten Kirchtag“: „Die Menschen feiern, haben ihre Freude in der Stadt mit dem Programm, das wir haben. Und es wird auch weitergelebt und die Stimmung ist einfach großartig. Begonnen hat alles mit dem Hochamt, bei dem sehr viele Menschen bis in die späten Abendstunden in der Stadt waren. Es hat sich mit dem Slowenien-Tag am Montag, der Modeschau am Dienstag und dem Blaulichtkirchtag fortgesetzt. Am Mittwoch hatten wir zum ersten Mal das Ruder-Match Villach gegen Klagenfurt, was unglaublich gut angekommen ist. Der Samstag war der Höhepunkt und beim Trachtenumzug war sehr viel los“, so Sandriesser. Die Wertschöpfung betrage zwischen 60 und 70 Millionen Euro.

Herzanstecker als „Türöffner“

Zig Tausende Herz-Anstecker sind schon im Vorfeld des Kirchtages verkauft worden, als Sammlerstücke, aber auch als Möglichkeit, nicht nur kostenlos Toiletten zu besuchen, sondern auch um kostenlos mit den Bussen zu fahren. „Im heurigen Jahr war es das erste Mal flächendeckend auf ganz Villach ausgestreckt bis zum Veranstaltungsschluss in den Morgenstunden. Wir haben auch die Rückmeldungen gekriegt und ich glaube, wir liegen da ganz richtig.“

Insgesamt kamen heuer deutlich mehr Steirer mit der Koralmbahn nach Villach, sagt Kurt Maschke von der Bauerngman: „Auch die Grazer Oberlandler waren da und haben uns zum Aufsteirern im September eingeladen. Sie haben ganz, ganz schwer Reservierungen gekriegt für die Koralmbahn und die Westbahn.“

Ab 15.00 Uhr marschierten am Samstag die 2.000 Teilnehmer aus dem gesamten Alpen-Adria-Raum beim traditionellen Umzug los.

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Londer: „Aufwand hat sich gelohnt“

Laut dem Villacher Stadtpolizeikommandanten Erich Londer habe sich der personelle und strategische Aufwand ausgezahlt. Einerseits wirke wohl die Polizeipräsenz abschreckend, so Londer, aber auch das Kirchtags-Publikum werde disziplinierter.

Auch die Wirte seien kooperativ und würden die vorgeschriebene Sperrstunde einhalten: „Das ergibt dann in der Folge auch bessere Zahlen für uns, weniger Sachbeschädigungen, weniger Diebstähle, weniger Einbruchsdiebstähle.“

Salzburger von Unbekannten attackiert

Dennoch stehen zwei bisher unbekannte männliche Täter im Verdacht, am Freitag gegen Mitternacht am Villacher Kirchtag einem 25 Jahre alten Salzburger nach einer vorangegangenen verbalen Auseinandersetzung mehrmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Das Opfer erlitt dadurch Verletzungen unbestimmten Grades und wurde von der Rettung in das LKH Villach gebracht.

Um 150 Prozent mehr Anzeigen im Vergleich zu 2025

Insgesamt gab es ein Plus von 150 Prozent bei den Anzeigen im Vergleich zum Vorjahr, so Londer: „Fahrverbote wurden nicht eingehalten, obwohl wir strikt darauf hingewiesen haben, bitte fahren Sie nicht in den Zeiten, wo es verboten ist, am Kirchtagsgelände zu fahren. Das ist einfach gefährlich.“ Außerdem habe es Anzeigen wegen Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz gegeben, weil Alkohol an Jugendliche ausgeschenkt wurde. Es gab auch Anzeigen wegen Verstößen gegen das Abfallwirtschaftsgesetz und wegen Ordnungsstörungen.

Sicherheitszentrale bewährte sich

Heuer wurde erstmals eine Sicherheitszentrale installiert, in der die sogenannte integrierte Einsatzleitung sämtliche Geschehnisse am Festtagsgelände im Blick behält, so der Sicherheitsbeauftragte Herbert Wagner: „Es sind Vertreter der Behörde da, Vertreter der Polizei, Vertreter der Feuerwehr, des Roten Kreuzes und wir als Sicherheitskoordinatoren. Wir haben ein Kamerasystem mit 26 Kameras installiert, mit dem wir beobachten können, was sich am Kirchtagsgelände tut.“ So könne zeitnah entschieden werden, was zu tun sei und wo nachjustiert werden müsse.

Live-Einstieg von Konrad Weixelbraun (ORF Kärnten) vom Villacher Kirchtag

Der traditionelle Umzug, der am Samstag stattgefunden hat, gilt als Höhepunkt beim Villacher Kirchtag. Die Polizei zieht eine positive Bilanz. Besucher und Gastronomen waren bis jetzt sehr diszipliniert.

In Hinblick auf das kommende Jahr können noch keine Vorhersagen getroffen werden, ob am Sicherheitskonzept nachgeschärft werden müsse, so der Sicherheitsbeauftragte: „Ein Sicherheitskonzept ist ein lebendes Konzept. Klarerweise nehmen wir die Erfahrungen, die wir hier gemacht haben, mit. Man setzt sich dann mit den Entscheidungsträgern und mit den Behörden zusammen und schaut, ob an dem einen oder anderen Rädchen gedreht werden muss. Unser aller Ziel ist, dass der Besucher, der zu uns kommt, auch wieder gesund nach Hause kommt und nur Schönes erzählt.“

Polizei zieht positive Kirchtagsbilanz

Der traditionelle Umzug, der am Samstag stattgefunden hat, gilt als Höhepunkt beim Villacher Kirchtag. Die Polizei zieht eine positive Bilanz. Besucher und Gastronomen waren zumindest bis jetzt sehr diszipliniert.

Kirchtagsbier heuer besonders gefragt

Innerhalb der ersten vier Tage seien 90.000 Liter an Kirchtagsbier ausverkauft gewesen. Abgesehen von dessen gutem Geschmack hätten wohl auch die hohen Temperaturen das Trinkverhalten beeinflusst, ist Kirchtagsobfrau Gerda Sandriesser überzeugt. Für den Kirchtagsausklang seien jedoch ausreichend Bierreserven vorhanden.