Mit Puschnig verliert der EC KAC nach eigenen Angaben „einen der größten Spieler seiner langen und erfolgreichen Vereinsgeschichte“. Die Rückennummer Sieben des ehemaligen Nationalspielers wird bei den „Rotjacken“ seit 2016 nicht mehr vergeben.
Nachruf auf Sepp Puschnig
Der frühere Stürmer des EC KAC und langjährige Teamspieler starb im 80. Lebensjahr.
Puschnig wurde am 12. September 1946 geboren und spielte während seiner gesamten Karriere ausschließlich für den Klagenfurter Athletiksportclub (KAC). Bereits in der Saison 1961/62 debütierte er als 16-Jähriger in der Kampfmannschaft. Sein erster Treffer gelang ihm am 18. Jänner 1962 in einem Freundschaftsspiel gegen die Canadian Flyers, zehn Tage später erzielte er gegen Zell am See sein erstes Ligator.
Prägende Figur der KAC-Erfolgsära
Der Stürmer entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einer Schlüsselfigur der dominierenden KAC-Mannschaft der 1960er und 1970er Jahre. Puschnig war Stamm- und Führungsspieler in jeder der elf Meistersaisonen zwischen 1964 und 1974. Mit weiteren Titeln 1976 und 1977 gewann er insgesamt 13 österreichische Meisterschaften.
Spitzname: Der „Karawankenbär“
Auch international feierte der KAC mit Puschnig Erfolge. Zwischen 1966 und 1968 erreichten die Klagenfurter dreimal in Folge das Halbfinale des Europacups, 1969 stand die Mannschaft im Finale des Bewerbs. Insgesamt erzielte der als „Karawankenbär“ bekannte Angreifer 387 Tore für die „Rotjacken“, davon 312 in Bewerbsspielen und 75 in Freundschaftsspielen.
Zwischen seinem ersten und letzten Treffer lagen mehr als 16 Jahre. Dennoch endete seine Karriere vergleichsweise früh: Bereits 1977 dachte Puschnig an einen Rücktritt, im Sommer 1978 beendete er seine Laufbahn im Alter von 31 Jahren.
Zahlreiche Ehrungen für Nationalspieler
Auch im österreichischen Nationalteam gehörte Puschnig über viele Jahre zu den prägenden Spielern. Er nahm mit Österreich dreimal an Olympischen Winterspielen sowie elfmal an Weltmeisterschaften der B- und C-Gruppe teil. Insgesamt absolvierte er 123 Länderspiele, in denen ihm 50 Tore und 55 Vorlagen gelangen.
Für seine Leistungen wurde der frühere Stürmer mehrfach ausgezeichnet. 1997 erhielt Klagenfurts zweite Eishalle seinen Namen. Zwei Jahre später wurde Puschnig als erster österreichischer Spieler in die Hall of Fame des IIHF aufgenommen.
Der Österreichische Eishockeyverband zeichnete ihn 2012 als „Jahrhundertspieler“ aus. 2014 erhielt er das Große Ehrenzeichen des Landes Kärnten. Seit 2016 hängt das Banner mit seiner Rückennummer sieben in der damaligen Stadthalle, seither wird die Nummer nicht mehr vergeben.
Reaktionen aus der Politik
Sportreferent LH Daniel Fellner und Sportdirektor Arno Arthofer drückten den Angehörigen ihr Beileid aus. „Wieder hat ein Kärntner Aushängeschild und ein Herzstück des Eishockeysports das Spielfeld verlassen, aber Legenden sterben nie. Danke für die vielen magischen Momente als ‚Karawankenbär‘ am Eis“, sagte Arthofer. Puschnig sei eine Legende, die Eishockeygeschichte geschrieben habe, so Fellner.
Auch Bürgermeister Christian Scheider drückte im Namen der Stadt Klagenfurt seine Anteilnahme aus. „Sepp Puschnig war einer der größten Eishockeyspieler der Geschichte. Er war nicht nur für mich, sondern auch für viele andere eine wahre Ikone“, so Scheider.