Während die Arbeitslosigkeit bei Männern um 0,3 Prozent zugenommen hat, stieg sie bei Frauen um 3,1 Prozent. Hohe Zuwächse zeigen sich bei Frauen unter 25 Jahre (plus 51 Personen) sowie bei Frauen über 50 Jahre (plus 112 Personen).
Auch bei den Langzeitarbeitslosen ist die Zunahme bei den Frauen höher (plus 68 Personen). Eine mögliche Erklärung dafür liefert der Blick in die Branchen: Traditionell männerdominierte Branchen entwickeln sich derzeit stabiler als jene, in denen überdurchschnittlich viele Frauen beschäftigt sind. Das gilt etwa für die Bereiche Gesundheit, Reinigung und Büro.
Gewinner und Verlierer
Den höchsten Zuwachs mit 18,1 Prozent an Arbeitslosen hat es in der Gesundheitsbranche gegeben. Darauf folgt der Holz-Sektor mit einem Zuwachs von 10,1 Prozent. Weniger Arbeitslose gibt es in der Metall- und Elektrobranche.
Mehr offene Stellen
Erfreulicher ist laut Arbeitsmarktservice (AMS) die Entwicklung bei den offenen Stellen. Mit einer Zunahme um 15,5 Prozent (plus 838 Stellen) verzeichnet Kärnten den stärksten Zuwachs aller Bundesländer. Offene Lehrstellen gibt es hingegen um 52 weniger als im Vorjahresmonat. Dem stehen 41 mehr Menschen gegenüber, die eine Lehrstelle suchen.
Kritik: Missverhältnis von Angebot und Nachfrage
Die aktuelle AMS-Statistik zeige, "wie dringend notwendig es ist, gezielt in Qualifikation zu investieren und Langzeitarbeitslosen den Wiedereintritt in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen“, sagt Gerhard Köfer vom Team Kärnten. Laut Köfer werde das Missverhältnis am Arbeitsmarkt zwischen Angebot und Nachfrage an Arbeitskräften deutlich sichtbar: „Um dieses zu beheben, braucht es eine bessere Abstimmung des Bildungssystems auf die Ansprüche der Wirtschaft beziehungsweise eine verstärkte Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen und Unternehmen.“
Auch eine Lehrlings-Offensive sei notwendig. Köfer: „Kärnten braucht ein Maßnahmenpaket, um die Lehre attraktiver zu machen. Betriebe, die ihre Lehrstellenangebote zurückfahren, dürfen wir nicht einfach ziehen lassen. Wir müssen sie gezielt ansprechen, unterstützen und wieder motivieren, auszubilden.“