Interventionelle Radiologinnen und Radiologen erfüllen im Klinikum wichtige und auch lebensrettende Aufgaben: Sie kommen etwa bei Schlaganfällen zum Einsatz oder bei lebensbedrohlichen Blutungen. Über feine Katheter können sie Engstellen in Blutgefäßen erweitern, Stents einsetzen oder Blutungen verschließen.

Derzeit arbeiten vier Ärzte in der Interventionellen Radiologie. Die personelle Situation soll aber aufgrund von Krankenständen angespannt sein, weshalb der Leiter Luca De Paoli nun gekündigt habe, sagt der Sprecher der Kärntner Spitalsärzte, Maximilian Miksch, in einem Interview mit dem ORF Kärnten: „In den nächsten sechs Monaten will er den Betrieb noch in der bisher gewohnten Form bewerkstelligen, dann endet die Kündigungsfrist. Wenn sich bis dahin nichts an der personellen Situation ändert, wird es zu Engpässen kommen.“

Die Ärztekammer appelliert an die KABEG, die interventionell-radiologische Versorgung in Kärnten sicherzustellen. Wobei es nicht einfach sei, Ärztinnen und Ärzte zu finden. Miksch: „Man wird schon welche anwerben müssen, vermutlich aus anderen Bundesländern – oder es wird dazu führen, dass man Patienten für bestimmte Therapien in ein Nachbar-Bundesland transferieren wird müssen.“

Klinikum: „Kammer nicht ausreichend informiert“

Am Nachmittag wies das Klinikum die erhobenen Vorwürfe dezidiert zurück: „Bedauerlicherweise hat sich die Ärztekammer für Kärnten nicht ausreichend informiert und die Darstellung einer Einzelpersonen zum Inhalt einer Aussendung gemacht. Zwischen der Krankenhausdirektion und den Medizinern gibt es einen regen Austausch zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in diesem wichtigen Bereich der Interventionellen Radiologie“, so das Klinikum in einer Aussendung.

Angebot des Klinikums abgelehnt

Und weiter: „Wir bedauern jeden Abgang von spezialisierten Ärztinnen und Ärzten. Durch entsprechende Recruitingmaßnahmen und gezielte Ausbildung hält das Klinikum Klagenfurt seit Jahren hochqualitative Medizin vor und deckt aktuelle Entwicklungen ab.

Es gibt ausreichend Personalressourcen, um das Leistungsangebot der Interventionellen Radiologie weiterhin anbieten zu können.“ Im Übrigen habe man De Paoli das Angebot gemacht, mit zusätzlichen Ärzten den Bereich der Interventionellen Radiologie zu verstärken. Doch dieser habe laut Klinikum mehrfach abgelehnt.

FPÖ: „Ein weiterer Schlag“

Die Kärntner FPÖ sprach nach der ersten Aussendung der Ärztekammer am Vormittag von einem „weiteren Schlag“ für das Kärntner Gesundheitssystem. „Dass ein engagierter und motivierter Arzt seinen Job aufgibt, weil er an den Rahmenbedingungen scheitert, ist ein weiteres Alarmsignal dafür, dass das Kärntner Gesundheitssystem massiv angeschlagen ist. Das Bestehen dieser wichtigen Abteilung muss sofort nachhaltig sichergestellt werden. Der Fachbereich spielt nicht nur in Notfällen, sondern auch in der Krebsmedizin eine immer größere Rolle“, sagt FPÖ-Gesundheitssprecher Christoph Staudacher.

Team Kärnten: „Es geht um die Versorgungssicherheit“

Das Team Kärnten fordert Gesundheits-Landesrätin Beate Prettner und das KABEG-Management auf, mit dem Oberarzt in umgehende Gespräche einzutreten und an den Rahmenbedingungen zu arbeiten. "Der aktuelle Fall reiht sich leider nahtlos in eine Serie von verschobenen Operationen, langen Wartezeiten und Personalproblemen im Spitalsbereich ein. Dieser Entwicklung darf von Seiten der Landesregierung nicht mehr länger tatenlos gegenübergestanden werden. Es geht um die Versorgungssicherheit und um das Wohl der Patienten in Kärnten“, sagt TK-Chef Gerhard Köfer.