Hitzschutzverordnung hin oder her. Wenn er die Arbeit nicht machen würde, wer sonst, so Josef Hillebold. Hoch über dem Drautal in Obergottesfeld mähte er das, was noch übrig war auf seiner Wiese. Die Wochen ohne Regen haben deutliche Spuren hinterlassen. Bei 34 Grad im steilen Gelände, musste er eben noch mehr Pausen als sonst einlegen, sagte Hillebold: „"Es ist schon Erfahrung, dass man einfach ordentlich trinkt, regelmäßig trinkt und dann einfach weiß, hoppla, jetzt ist genug. Man muss auf sich hören und merken, so jetzt ist es aus. Ich muss es nicht erzwingen und nicht heute fertig machen. Ich muss einfach auf meinen Körper schauen, sonst geht das nicht.“

Kopfbedeckung und Wasser gehören zur Grundausrüstung

Johannes Klösch ist als Gartengestalter sehr gefragt. Jungbäume als natürliche Schattenspender im Garten sind zur Zeit heiß begehrt. Sieben Teams hat er auch in der bisher heißesten Woche des Jahres in ganz Kärnten und darüber hinaus im Einsatz. Sonnencreme, Wasserflaschen und Kopfbedeckung gehören zur Grundausrüstung, so Klösch: „Wir schauen, dass wir solche Arbeiten und Arbeitsstätten aussuchen, wo einfach der Mensch etwas bei dieser Hitze geschont wird. Also vielleicht Arbeiten im Schatten, Arbeiten auf der Alm oder höher gelegene Bereiche. Einfach dort, wo man die Arbeiten als Gartengestalter durchführen kann.“

Hohe Hitzebelastung bei der Arbeit

Für viele arbeitende Menschen sind Hitzetage eine besondere Belastung, vor allem im Freien. Arbeitsrechtlich gibt es keinen Anspruch auf Hitzefrei oder eine Klimaanlage. Bei hohen Temperaturen müssen die Arbeitgeber jedoch andere Schutzmaßnahmen anbieten.

In Seeboden wird noch bis Oktober um neun Millionen Euro, der Autobahn-Rastplatz für Lkws fertiggestellt. Wenn die Geosphere Austria die Hitzewarnstufen ausrufe, müsse auf die Gesundheit der Mitarbeiter besonders geachtet werden, hieß es von Bauleiter Wolfgang Rieder: „Wir wirken da mit Getränken entgegen, Beschattungen, längere Pausen machen in den höheren Temperaturzeiten, sage ich einmal. Die Arbeitszeitverlegung in den frühen Morgenstunden ist das beste Mittel in diesem Bereich.“

Klimaanlage keine Vorschrift

Laut Karin Kampitsch, der Leiterin des Arbeitsinspektorates in Kärnten, mangle es bei vielen Betrieben noch an der Umsetzung der Maßnahmen, die über die Hitzeschutzverordnung empfohlen werden. 200 Kontrollen habe es heuer schon gegeben. Denen, die in Büros unter Hitze leiden, sei gesagt: „Eine rechtliche Regelung zur Vorschreibung einer Klimaanlage gibt es leider nicht.“