Im Juli hat es in Kärnten um fast die Hälfte weniger geregnet, als durchschnittlich zu dieser Zeit. Vielen Bächen geht nun das Wasser aus. Das ist ein Problem für die Fische, die dort leben, sagte der stellvertretende Landesfischereiinspektor Thomas Friedl: „In den Bächen, in denen Forellen vorkommen – das sind Kaltwasserfische, die brauchen erst einmal kaltes Wasser – da sollte die Wassertemperatur eigentlich nicht wesentlich über 20 Grad hinausgehen. Und wenn jetzt die Durchmischung nicht gegeben ist, bei dieser Wärme des Wassers, dann ist natürlich auch der Sauerstoffgehalt gering. Und das ist natürlich für diese Fischarten dann tödlich.“

Extrem geringe Wasserführung in Bächen

Noch müssten die Fische aber nicht in tiefere Gewässer umgesiedelt werden, sagte Friedl. Dem Land Kärnten seien auch keine Funde von toten Fischen gemeldet worden: „Ich war gestern im Kärntner Unterland unterwegs, etwa im Bereich des Sonnegger Sees, und da ist schon auffallend, dass etliche Gewässer, wie der Suchabach, ausgetrocknet sind und andere extrem geringe Wasserführungen haben.“

Interessanterweise sei aber bisher kein toter Fisch zu sehen gewesen, sagte der Fischereiinspektor. Wahrscheinlich seien die Fische mit den letzten Wellen in andere Gewässer geschwommen.

Schonende Elektrobefischung für den Notfall

Eine Ausnahme sei das Gailtal. Dort sind viele Bachbetten steinig und deshalb versickert das Wasser schneller, sagte Friedl: „Und da haben wir zum Beispiel das so gehandhabt, dass der dortige Fischerei-Revierausschuss eine Vollmacht oder eine Genehmigung für Elektrobefischungen ohne Vorankündigung hat, damit sie im Notfall dann diese Fische bergen können.“

Bei der Elektrobefischung werden die Fische kurz mit Strom betäubt und dann eingefangen. Dadurch soll zusätzlicher Stress für die Tiere vermieden werden. Diese Art der Befischung sei heuer auch schon durchgeführt worden, sagte Friedl.