Missbrauch, Quälen und Vernachlässigung lauten die Vorwürfe. Kinder und Jugendliche sollen von SOS-Kinderdorf-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern über Jahre hinweg gequält, vernachlässigt und schwer misshandelt worden sein. In Österreich, aber auch im Ausland, unter anderem auch von Hermann Gmeiner, dem Gründer von SOS-Kinderdorf. Die Verantwortlichen seien diesen Vorwürfen jedoch nicht nachgegangen, heißt es im Bericht der Reformkommission. Vielmehr habe man versucht, das Ganze unter der Decke zu halten.

Ermittlungen gegen 200 Personen

In der Stellungnahme zum Bericht gibt SOS-Kinderdorf eine ganze Reihe von Fehlern zu, etwa auch, dass man im Jahr 2008 die Vorwürfe gegen eine Kinderdorf-Mutter in Moosburg nicht gemeldet bzw. angezeigt hatte. All das werde jetzt aufgearbeitet und in den laufenden Reformprozess eingearbeitet, hieß es von der neuen Geschäftsführung von SOS-Kinderdorf.

Allein in Kärnten ermittelte die Staatsanwaltschaft Klagenfurt gegen fast 200 Personen aus dem Umfeld des Kinderdorfes in Moosburg. Derzeit laufen 44 Verfahren, 198 Personen werden als Beschuldigte geführt, mehr als 80 Fälle sind bereits abgeschlossen.