Das Department für interventionelle Radiologie am Klinikum Klagenfurt umfasst vier speziell ausgebildete Ärzte. Sie stehen rund um die Uhr bereit und erfüllen wichtige Aufgaben in kritischen Situationen. Sie können etwa Schlaganfallpatienten umgehend behandeln. Hinzu kommen 17 Radiotechnologen und Radiotechnologinnen und drei Pflegefachkräfte.

Aufgrund von Urlauben und Krankenständen kommt es bei den Ärzten jedoch immer wieder zu Engpässen und das will der Leiter der Abteilung, Luca De Paoli, nicht mehr hinnehmen. Weil die KABEG seine Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen und mehr Personal nicht erfüllte, reichte der europaweit anerkannte Experte für interventionelle Radiologie seine Kündigung ein (wie der ORF Kärnten am Montag berichtete) – mehr dazu in Radiologie könnte Engpass drohen.

Stellungnahme der Ärzte im Wortlaut

Nun haben alle vier Ärzte ihre Kündigung eingereicht. „Um den Notfalldienst auch bei Engpässen und Krankenständen lückenlos aufrechtzuerhalten, ist das Team über Jahre hinweg weit über das vertragliche Soll hinaus in die Bresche gesprungen. Dieser unermüdliche Einsatz diente der Versorgungssicherheit der Region, hat jedoch das gesamte Team an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit geführt. Notwendige Anpassungen in der Dienst- und Abteilungsstruktur konnten trotz Dialogangebote über Wochen und Monate hinweg nicht zeigerecht umgesetzt werden. Das kann das gesamte Team die Arbeit in der bisherigen Form nicht mehr weiterführen“, so das Ärzte-Team in einer schriftlichen Stellungnahme, die dem ORF Kärnten vorliegt.

Und weiter: „Der geschlossene Schritt des Teams ist kein Rückzug aus der Verantwortung, sondern der dringende Impuls zur Rettung der Fachdisziplin. Das Kollegium steht weiterhin bereit, seine Expertise einzubringen.“ Dazu brauche es jedoch einer geeigneten Struktur, „um den höchsten Ansprüchen der modernen Medizin weiter gerecht zu werden.“

Kündigung 2023 zurückgezogen

Die KABEG weist diese Vorwürfe zurück. Man habe mehrfach Unterstützung durch weitere Radiologen angeboten. Dies hätte De Pauli aber abgelehnt. Der gebürtige Italiener ist seit 2014 am Klinikum Klagenfurt tätig. Vor drei Jahren soll er bereits einmal gekündigt haben. Nachdem die KABEG ihm mehr Führungsverantwortung und Einfluss auf Personalentscheidungen zugesagt hatte, hatte er die Kündigung wieder zurückgezogen, heißt es. Offenbar dürfte die KABEG aber seine Forderungen doch nicht zur Gänze erfüllt haben.

Wie die Landespolitik jetzt auf den Druck aus der Ärztekammer reagiert, ist offen. Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) war für den ORF bisher nicht erreichbar. Leidtragende dieses Streits zwischen Ärzten und KABEG sind die Patienten, die im Fall eines Schlaganfalls oder anderer akuter Gefäßerkrankungen auf rasche Hilfe angewiesen sind.