Durchschnittlich bekommt eine Frau in Kärnten etwa 1.550 Euro Brutto-Pension im Monat, ein Mann knapp 2.500 Euro Brutto. Gleichstellungsreferentin Michaela Eigner-Pichler von der Arbeiterkammer Kärnten sagt, wenn man das auf das Jahr aufrollt, ergebe sich ein Einkommensunterschied von rund 13.800 Euro.
Die Zahlen zeigen auch, dass zwei Drittel der Menschen, die eine Ausgleichszulage für ein Mindesteinkommen erhalten, Pensionistinnen sind. Die Pensionslücke sei laut Aigner-Pichler über Jahrzehnte entstanden. Denn Frauen würden generell weniger verdienen, verglichen mit Männern in der gleichen Position. Laut Eigner-Pichler würden viele Frauen auch ihre Arbeitszeit reduzieren, um sich der Kinderbetreuung, Pflege und dem Haushalt widmen zu können: „Diese unbezahlte Sorgearbeit ist immer noch ein Thema, das Frauen betrifft. Das heißt, das spiegelt sich natürlich in der Erwerbsbiografie wieder.“
Zweitniedrigster Unterschied
Um die Lücke zu schließen, müssten laut der Gleichstellungsreferentin unter anderem Kindererziehungszeiten besser angerechnet und die Angebote für Kinderbetreuung ausgebaut werden. Außerdem sollte seitens der Unternehmen forciert werden, dass Väter mehr Kinderbetreuung übernehmen. Im Österreich-Vergleich hat Kärnten aber immerhin den zweitniedrigsten Pensionsunterschied. Eigner-Pichler führt das darauf zurück, dass die durchschnittliche Pension von Männern nur in Wien niedriger ist.
„Nicht finanziell bestrafen“
Die Kärntner Nationalratsabgeordnete Tina Berger (FPÖ) betont, dass die Entscheidung für Familie und Kinder nicht zu einer geringeren Pension führen dürfe: "Wer Kinder betreut, Angehörige pflegt oder aufgrund familiärer Verpflichtungen in Teilzeit arbeitet, darf dafür im Alter nicht finanziell bestraft werden. Kindererziehungszeiten und Betreuungsleistungen müssen sich stärker in der Altersabsicherung widerspiegeln. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit gegenüber jenen Frauen, die tagtäglich Verantwortung für ihre Familien übernehmen und damit einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft leisten.“
Köfer: Lohngleichheit endlich umsetzen
Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer forderte verbesserte Rahmenbedingungen, einschließlich besserer Kinderbetreuung und Pflegeangebote, sowie Anreize für Frauen, schneller in Vollzeitbeschäftigung zurückzukehren. Zudem betonte Köfer die Notwendigkeit, die im Gleichbehandlungsgesetz von 1979 festgeschriebene Lohngleichheit endlich zu realisieren, um finanzielle Abhängigkeit und Altersarmut bei Frauen zu verhindern.