Im Zentrum des Verfahrens stehen zwei Halbbrüder, 38 und 47 Jahre alt. Sie sollen über Albanien und Italien mehrere Kilogramm Kokain nach Kärnten eingeführt haben. Ab 2021 bis Sommer 2023 mieteten die zwei Männer daher Wohnungen in Villach. Von dort aus wurden die Drogen an die vier weiteren Angeklagten verteilt. Die drei Männer und eine Frau lieferten die Drogen aus und warben Kunden an, so die Staatsanwältin. Das Kokain soll laut Anklage auch gezielt in Bordellen verkauft worden sein.

Ermittlungen nach Drogenübergabe vor drei Jahren

Am ersten Verhandlungstag wurden fünf der sechs Beschuldigten von Richter Oliver Kriz befragt. Einer der Angeklagten war verhindert, er sitzt in den Niederlanden in Haft. Die fünf Anwesenden bekannten sich alle nicht schuldig. Sie sagten geschlossen aus, nur kleine Mengen Kokain für den Eigengebrauch gekauft zu haben.

Vor drei Jahren kam es aber zu einer Drogenübergabe an verdeckte Ermittler der Polizei. Die angeklagte Frau, eine 33 Jahre alte Rumänin, arbeitete zu diesem Zeitpunkt selbst als Prostituierte in Kärnten. Sie lieferte ein halbes Kilogramm Kokain in einem Paket ab. Allein diese Menge hatte einen Schwarzmarktwert von 35.000 Euro. „Ich habe nicht gewusst, was in dem Paket gewesen ist“, sagt die Frau vor Gericht. Einer der Hauptangeklagten behauptete, es sei das einzige Mal gewesen, dass er eine solche Drogenmenge beschafft habe.

Urteil erst im nächsten Jahr erwartet

Richter Oliver Kriz bezweifelt das. Er geht von einem langwierigen Prozess aus. Es sind zahlreiche Zeugen geladen und die verdeckten Ermittler können erst im November befragt werden. Mit einem Urteil sei erst im nächsten Jahr zu rechnen, so der Richter. Für die Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.