Acht integrative Betriebe gibt es in Österreich, einer davon ist das Unternehmen ABC Auftragsfertigung in Kärnten. Die Aufträge, die an den drei Standorten umgesetzt werden, sind vielfältig, so Prokurist Johann Schmiedmeier: „Als Auftragsfertiger haben wir ja kein Eigenprodukt, sondern fertigen ausschließlich nach Kundenvorgabe."
Kunden aus unterschiedlichen Branchen
Man sei auf den Produktmix der Kunden angewiesen, um eine möglichst konstante Auslastung zu bieten und somit auch sichere Arbeitsplätze bieten zu können: "Und das gelingt uns darin, indem wir sehr viele Kunden aus unterschiedlichsten Branchen bedienen. Im Kunststoffbereich arbeiten wir zum Beispiel größtenteils für die Halbleiterindustrie. Da entstehen Bauteile für die Computerchip-Herstellung beispielsweise, die man dann später in seinen Handys oder mittlerweile in jedem Küchengerät findet.“
Integrativer Betrieb
Mit mehr als 120 Kunden hat sich das Kärntner Unternehmen ABC Auftragsfertigung international einen Namen gemacht. Doch das ist nicht die einzige Besonderheit: Das Unternehmen ist auch ein integrativer Betrieb. Mehr als drei Viertel der 250 Beschäftigten haben eine Behinderung.
Faire Entlohnung
Ein Kriterium der integrativen Betriebe ist, dass mindestens 60 Prozent der Beschäftigten eine Behinderung haben. Das können sowohl körperliche als auch psychische Behinderungen sein. Außerdem müssen sie fair entlohnt werden. Geschäftsführer Thomas Höbart: „Das Entlohnungsschema, das in unserem Unternehmen zur Anwendung kommt, ist Metallindustrie. Von daher werden alle Mitarbeiter kollektivvertraglich entlohnt und können auch aus finanzieller Sicht ein selbstbestimmtes Leben führen.“
Lehrlinge gesucht
Das Unternehmen wird vom Land Kärnten und dem Sozialministerium finanziell unterstützt – allerdings werden nur behinderungsbedingte Mehrkosten abgegolten, damit keine Wettbewerbsverzerrung entsteht. Laufend werden auch Lehrstellen ausgeschrieben, die sich konkret an Menschen mit Behinderung richten.