Der „digitale Sprachassistent“ wurde in der Bezirkshauptmannschaft Hermagor präsentiert. Konkret laute das Motto „nicht weniger Mensch, sondern mehr Zeit“, sagte Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) bei dem Termin. Der Sprachbot soll automatisiert Auskünfte zu Anfragen zu Verkehrsstrafen erteilen. Zum Beispiel „Wann kann ich bezahlen, welche Fristen gelten?“ oder „Was passiert, wenn ich nicht bezahle?“
Auch Dialekte werden verstanden
Der digitale und durch Künstliche Intelligenz gestützte Helfer verstehe auch Dialekte und mehrere Fremdsprachen, so der Leiter der Landes IT, Christian Inzko: „Das Produkt, was wir jetzt einsetzen, das setzt jetzt nicht nur eine KI ein, sondern mehrere Agenten, nämlich ein Agent, der den eigentlichen Kontext hört und beantwortet, ein Agent, der nur auf die Sprachpausen und auf das Reinreden hört und ein Agent muss natürlich mit den unterschiedlichen Sprachen und Akzenten und Dialekten umgehen können.“ Komplexe Anfragen werden aber automatisch an die zuständige Stelle weitergeleitet.
KI in der BH Hermagor
Wem in Kärnten künftig ein Strafzettel ins Haus flattert, der kann sich im Anschluss bei einem Sprachbot darüber informieren. Der am Donnerstag vorgestellte „digitale Sprachassistent“ steht rund um die Uhr zur Verfügung und soll gleichzeitig den Alltag der Menschen erleichtern sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlasten.
Bot dient der Unterstützung
Bei der Präsentation wurde außerdem betont, dass der Sprachbot keine Entscheidungen trifft, sondern vielmehr unterstützt: „Sobald eine komplexe, individuelle, rechtliche Beurteilung erforderlich ist, übernehmen selbstverständlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Fellner. Die Künstliche Intelligenz übernehme „ausschließlich routinierte Arbeiten“. Seit seinem Start am 1. Mai 2026 habe es für den Sprachbot eine intensive Testphase gegeben. Mehr als 1.850 Anrufe mit einer durchschnittlichen Gesprächsdauer von zwei Minuten habe er bereits durchlaufen.
17 Mio. Euro durch Strafen
Jedes Jahr werden in Kärnten rund 500.000 Akte allein im Verwaltungsstrafbereich bearbeitet. Ein Drittel dieser Verfahren hat Auslandsbezug, die Strafen werden weltweit verschickt. Die Erledigungsquote liegt bei über 85 Prozent. Neben den Geschwindigkeitsdelikten erledigt die BH Hermagor sämtliche Mautverfahren sowie Parkdelikte mit und ohne Auslandsbezug. Heuer werden dabei rund 17 Mio. Euro erwirtschaftet. Abteilungsleiter Patrik Zenaty: „Das Servicecenter Anonymverfügungen betreiben wir seit 2012 und die Fragen, die in den letzten über zehn Jahren aufgetreten sind, die hat man natürlich gesammelt und laufend die richtigen Antworten dazu gefunden und damit auch die KI gefüttert.“
KI soll weitere Telefonleitungen übernehmen
Hermagor ist ein Pilotprojekt. Sollte es sich bewähren, dann soll die Frauen-Stimme auch weitere Telefonleitungen des Landes übernehmen, beispielsweise im Förderwesen, so Fellner: „Überall dort, wo wir eine hohe Anzahl an Telefongesprächen haben und der Inhalt, die Fragen, die auftauchen, mehr oder weniger immer ident sind. Wohnbauförderung wäre zum Beispiel so ein Thema.“
Mit der künstlichen Intelligenz am Telefon sollen hochqualifizierte Landesbedienstete freigespielt werden, für anspruchsvollere Arbeiten, wie es heißt.