Die Bürgerinitiative Ossiacher See fordert jetzt von der Landesregierung, einen 15 Meter breiten Streifen am Seeufer frei und unverbaut zu lassen. Sie nutzte das neue Informationsfreiheitsgesetz und bekam über das Landes-Verwaltungsgericht Einblick in die Unterlagen des Verfahrens, mit dem die K-BV einen Hotelinvestor für das Seegrundstück in Steindorf sucht. Die Vorgaben sind aus Sicht der Bürgerinitiative Ossiacher See aber „zu unkonkret“.

Kostenloser Zugang gefordert

So stehe da nichts von einem kostenlosen und jederzeitigen öffentlichen Seezugang, so Andrea Spendier von der Bürgerinitiative Ossiacher See: „Da wird von einem öffentlichen Bad gesprochen, für das man Eintritt zahlt. Es wird von dem privaten Bad für die Hotelgäste gesprochen. Es wird von einem Hotelzugang fürs Badehaus gesprochen. Also drei unterschiedliche Seezugänge in diesem kleinen Bereich. Wie soll das wirklich ausschauen? Und die Seepromenade soll irgendwo verlaufen?“

Die Bürgerinitiative fordert nun von der Landesregierung, einen 15 Meter breiten Seeuferstreifen unverbaut freizulassen, die Seeuferkommission solle die Fläche mit den Einnahmen aus der Motorbootabgabe kaufen. „So ist wirklich ein freier Seezugang für die Allgemeinheit in Zukunft gesichert“, so Spendier.

K-BV weist Vorwürfe zurück

Die Kärntner Beteiligungsverwaltung weist die Kritik zurück. Das Vergabeverfahren sei mehrstufig. Sollte es zu einem Pachtvertrag mit einem Investor kommen, müsse dieser sehr wohl konkrete Auflagen einhalten, sagte K-BV-Vorstand Martin Payer: „Was den öffentlichen Seezugang betrifft, ist es ja so, dass wir vorschreiben im Vertrag, wie viel Seeuferlänge öffentlich zugänglich sein muss und wie groß die Liegefläche dahinter sein muss. Das sind keine leeren Floskeln, sondern das ist auf Quadratmeter und Laufmeter einzuhalten. Wir sind bemüht, sowohl touristische Interessen als auch jene der Einheimischen unter einen Hut zu bringen.“

Von einem kostenlosen Seezugang sei allerdings nie die Rede gewesen, der nach wie vor gesuchte Investor müsse sich aber an ortsübliche Eintrittspreise von Strandbädern halten.