Am Keutschacher See gibt es zwei große FKK-Campingplätze – Orte, an denen Nacktheit selbstverständlich ist und gegenseitiger Respekt als ungeschriebenes Gesetz gilt. Genau das soll ein Mann nun schamlos ausgenutzt haben: Er steht im dringenden Verdacht, nackte Kinder auf dem Gelände heimlich fotografiert und gefilmt zu haben. Der Fall wurde erst jetzt bekannt. Als Eltern das bemerkten, verfolgten sie den Mann und alarmierten die Polizei.

Die Ermittler suchten daraufhin mit Spürhunden sowie mit einem Hubschrauber nach dem Verdächtigen. Gut 20 Minuten kreiste der Helikopter des Innenministeriums über den Wohnwägen. Suchhund Rashid fand dann die entscheidende Spur: Den Mann, der sich in einem Gebüsch versteckte, und seine weggeworfene Minikamera.

Verdächtiger bei Einvernahme geständig

Der Verdächtige wurde zur Polizeiinspektion Reifnitz gebracht und dort einvernommen. Er gestand in der ersten Einvernahme, dass er es auf nackte Kinder als Fotomotive abgesehen hatte. Auf der gefundenen Minikamera sind keine Daten – Handy und ein Laptop des Tatverdächtigen werden aber noch ausgewertet. Der Mann wurde bei der Staatsanwaltschaft angezeigt, durfte aber zurück auf den Campingplatz und reiste einen Tag später ab.

Die Polizei ging mit dem Fall bisher nicht an die Öffentlichkeit, weil noch viele Fragen offen sind, die gemeinsam mit der deutschen Polizei geklärt werden müssen.