Der Unfall ereignete sich am ersten August am Ködnitzkees unterhalb des Großglockners. Der Deutsche war alleine unterwegs und damit ungesichert, als er im Blankeis in eine Spalte stürzte. Vor einem tödlichen Absturz bewahrte ihn eine sogenannte Schneebrücke in rund vier Metern Tiefe. Bergretter, Alpinpolizisten und Hubschrauberteams bargen den Mann verletzt und brachten ihn ins Tal. Nach Angaben der Retter sagte der 82-Jährige, er habe für die Tour auf den höchsten Punkt Österreichs trainieren wollen. Geplant gewesen sei eine Besteigung gemeinsam mit seinen Enkeln.
Bergführer sagte diesmal ab
Bereits 2025 hatte der Deutsche versucht, den Großglockner zu besteigen. Nach einem ersten Versuch mit einem Kalser Bergführer brachte ihn schließlich Martin Glantschnig aus Heiligenblut auf den Gipfel. Glantschnig beschreibt den Mann als körperlich sehr leistungsfähig: „Er war sehr, sehr fit. Er hat das von der körperlichen Fitness sehr locker geschafft. Das einzige Problem, das ich eigentlich mit ihm gehabt habe, war, dass er halt nicht mehr so agil ist. Er kann die Füße nicht mehr so hochstellen. Er tut sich beim Klettern schwer“, sagte Glantschnig.
Auch heuer habe der Deutsche erneut versucht, Glantschnig als Bergführer für eine Glocknerbesteigung zu engagieren. Diesmal habe er jedoch abgelehnt. „So ein Wetterglück kannst du jetzt nicht immer haben. Und aufgrund dessen habe ich einfach abgeraten und damit er das auch ernst nimmt, habe ich ihm einfach die Führung verweigert. Ich habe gesagt, ich gehe mit ihm heuer nicht mehr auf den Berg“, so der Bergführer.
Mehrere Versuche Richtung Gipfel
Laut Glantschnig habe der 82-Jährige dennoch immer wieder versucht, alleine Richtung Glockner-Gipfel zu gelangen. Schließlich kam es zum Spaltensturz am Ködnitzkees: „Er hat einen irrsinnig hohen Drang dazu. Das ist fast so, als ob das seine Bestimmung wäre, dass er unbedingt noch mit seinen Enkeln auf diesem Berg stehen muss. Und er tut dafür echt alles. Er trainiert wie ein Irrer. Er versucht, so fit wie möglich zu sein“, sagte Glantschnig.
Ob der Deutsche nach dem Unfall weiterhin den 3.798 Meter hohen Großglockner besteigen will, blieb vorerst offen.