9.435 Männer und Frauen im Alter über 50 Jahren waren im Juli arbeitslos. Das ist ein Plus von 3,1 Prozent, bei Frauen über 55 ist es sogar ein Plus von 6,2 Prozent – mehr dazu in Arbeitslosigkeit im Juli leicht gestiegen (kaernten.ORF.at; 3.8.2026). Dennoch lasse sich kein Trend erkennen, sagte Melanie Jann, die stellvertretende Leiterin des AMS Kärnten: „Eine Kündigungswelle gegen ältere Beschäftigte können wir aus unseren Daten nicht einfach so ableiten. Im ersten Halbjahr 2026 ist die Arbeitslosigkeit bei den über 50-Jährigen in Kärnten sogar um 2,1 Prozent zurückgegangen.“
Ältere meist länger arbeitslos
Man werde aber die Zahlen im Auge behalten. Erklärbar sei der Anstieg bei den Arbeitslosen über 50-Jährigen mit den saisonalen Bedingungen. Denn vor allem Frauen seien etwa im Handel tätig und die Arbeitslosigkeit treffe momentan Branchen wie den Handel. Wenn ältere Menschen arbeitslos werden, seien sie es meist für länger, sagte Jann: „Die durchschnittlichen Tage der Arbeitslosigkeit sind im Schnitt 129 Tage und bei Älteren über 50 sind es 147 Tage. Das sind natürlich dann rund 20 Tage mehr.“
Und jeder Tag beim AMS mehr sei ein Hindernis, wieder einen neuen Job zu finden, sagte Jann: „Natürlich ist es auch für das Gesamtsystem eine Belastung an finanziellen Kosten.“
AK: Verlust von Erfahrung kostet viel Geld
Nicht immer sei eine Umschulung sinnvoll und überhaupt sei es ein Trugschluss, dass ältere Arbeitnehmer zu teuer für ein Unternehmen seien, sagte Jann: „Erfahrung kostet vielleicht Geld, aber der Verlust von Erfahrung kostet Unternehmen noch mehr Geld.“
Der Fall einer Frau, die nach 35 Dienstjahren von ihrem Arbeitgeber gekündigt wurde, sorgt weiter für Diskussionen. Die Arbeiterkammer hatte sich für die 56-Jährige eingesetzt, die Kündigung wurde daraufhin zurückgezogen. Die AK forderte einen gesetzlichen Schutz für ältere Arbeitnehmer.