Martin Weberhofer wird neuer ORF-Landesdirektor in Kärnten und übernimmt mit 1. Jänner 2027 die Leitung des ORF-Landesstudios Kärnten. Er folgt auf Karin Bernhard, die nach drei erfolgreichen Perioden in den Ruhestand tritt – mehr dazu in Martin Weberhofer wird neuer ORF-Landesdirektor in Kärnten (kaernten.ORF.at; 11.8.2026).
Designierter Direktor im KH-Studio
Der designierte Direktor des ORF-Landesstudios Kärnten, Martin Weberhofer, stellte am Mittwoch bei „Kärnten heute“ seine Pläne für das Landesstudio vor. Im Gespräch mit Moderatorin Angela Ellersdorfer-Truntschnig sagte Weberhofer, das Landesstudio Kärnten sei das erfolgreichste aller ORF-Landesstudios, Bewährtes wolle er beibehalten.
Weberhofer: „Nahe bei den Menschen sein“
Weberhofer ist seit 36 Jahren beim Landesstudio Kärnten tätig. Auf die Frage von Moderatorin Angela Ellersdorfer-Truntschnig, was er denn anders machen möchte, sagte er: „Wir sind ein ganz, ganz tolles Landesstudio mit wunderbaren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wir sind das erfolgreichste aller Landesstudios, ganz egal, ob im Radio, im Fernsehen oder auch im Digitalbereich. Wir brauchen definitiv keine Revolution, sondern eine Evolution, die man vielleicht ein bisschen den geänderten Rahmenbedingungen anpassen muss.“
Kontinuität sei etwas ganz besonders Wichtiges, sagte Weberhofer: „Wir werden das Bewährte natürlich weiter fortsetzen. Und unser Job ist es ja, nahe bei den Menschen zu sein. Das ist ja auch die Daseinsberechtigung und die Einzigartigkeit des ORF mit seinen Landesstudios. Und wir wollen vielleicht noch ein bisschen näher zu den Menschen in die Regionen hinaus kommen, ins Obere Mölltal, ins Lavanttal oder ins Lesachtal. Wir wollen die Menschen dort begleiten, wo sie zu Hause sind, wo sie leben, wo sie arbeiten, wo ihr Alltag ist.“
Kärnten heute als „virtuelles Lagerfeuer“
Das Medienverhalten hat sich ja in den letzten Jahren mit den Streaming-Plattformen sehr verändert, warf Moderatorin Angela Ellersdorfer-Truntschnig ein und fragte, wie denn die Jungen wieder dazu gebracht werden können, die ORF-Programme sehen und hören zu wollen: „Naja, ganz so schlimm ist es noch nicht, würde ich einmal sagen. Also gerade das Radio erfreut sich noch sehr, sehr hoher Beliebtheit. Auch das Fernsehen, Kärnten heute ist ja nach wie vor ein bisschen ein virtuelles Lagerfeuer hier in diesem Land.“
Weberhofer sagte, er sei der Meinung, der ORF müsse mit seinen Inhalten dorthin gehen, wo die Menschen seien: „Es gibt eben andere Plattformen, es gibt Social Media, es gibt das Internet und ORF ON. Und dort werden wir mit unseren Inhalten präsent sein. Wir müssen dorthin gehen, wo unsere Hörerinnen und Hörer, unsere Zuseherinnen und Zuseher sind, und unsere Userinnen und User sind und dort schauen, dass sie die Inhalte, die sie interessieren, auch wirklich finden.“
Pensionierungen als Nachteil und Chance
Auf den ORF kommen harte Zeiten zu, sagte Ellersdorfer-Truntschnig. Einsparungen in Höhe von 93 Millionen Euro seien angekündigt. Der designierte ORF-Generaldirektor Clemens Pig sagte bereits, man werde den Gürtel enger schnallen müssen, er schloss auch Kündigungen nicht aus. Weberhofer sagte darauf, er hoffe, dass das in Kärnten nicht so dramatisch komme: „Wir haben eine Chance oder einen großen Nachteil: Wir haben sehr, sehr viele Kolleginnen und Kollegen, die uns leider in den nächsten Jahren verlassen werden. Da wird man sicherlich schauen müssen, wie man mit Nachbesetzungen umgeht.“
Auf der anderen Seite habe sich auch viel in der Produktionsweise geändert, sagte Weberhofer: „Da werden wir sicher neue Technologien verwenden und vielleicht auch das, was hinter den Kulissen passiert, ein bisschen auf Effizienz überprüfen müssen. Mein Ziel ist es auf jeden Fall, dass das Publikum möglichst wenig davon merkt, denn das ist ja unser Hauptzweck, Programm für die Menschen in diesem Land zu machen.“
Menschen mit ihren Sorgen ernst nehmen
Ereignisse wie die Kündigung des früheren Generaldirektors Roland Weissmann oder die Freistellung von Pius Strobl hätten dem Image des ORF zugesetzt, sagte die Moderatorin und fragte, wie das Ansehen des ORF wieder verbessert werden könnte. Weberhofer verwies auf die amtierende Generaldirektorin Ingrid Thurnherr, die angekündigt habe, ihrem Nachfolger Clemens Pig ein gutes Haus zu übergeben.
„Ich glaube aber, dass die Menschen in unserem Land sehr genau wissen, wofür wir als Landesstudio Kärnten stehen. Ich war wirklich in den letzten 36 Jahren landauf, landab unterwegs, in jeder Gemeinde und in jeder Ortschaft. Ich bemerke da schon sehr, sehr viel Wohlwollen, das uns entgegen schlägt. Ich glaube, wichtig ist es, dass man einfach mit den Menschen ins Gespräch tritt, dass man sie ernst nimmt in ihren Sorgen, Nöten und Anliegen, ihnen auf Augenhöhe begegnet. Und ich glaube, dann ist es auch mit dem Image keine allzu schlimme Sache.“